Japanische Stemmeisen (Nomi)
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Japanische Stemmeisen (Nomi)
- Fertigungsschritte japanischer Stemmeisen (handgeschmiedete Herstellung)
- Japanisches Stemmeisen - Die Spiegelfläche (URA)
- Japanische Stemmeisen - Typen
- FAQ zu japanischen Stemmeisen
- Wieso sind japanische Stemmeisen nicht gebrauchsfertig?
- Wie wird die Zwinge bei japanischen Stemmeisen montiert?
- Wieso sind die Japanischen Stemmeisen schwarz?
EXPERTENWISSEN JAPANISCHE STEMMEISEN (NOMI)
Ob beim Ausarbeiten von Holzverbindungen, Nachstechen von Passungen, Konturen oder Fasen – das Ergebnis der Arbeit hängt wesentlich von der Qualität und Schärfe des Stecheisens ab. Es muss schnitthaltig, gut schärfbar und leicht zu führen sein.
Klinge aus Zweilagen Stahl
Die harte Schneidlage wir mit weichem Eisen, das die Klinge vor Sprödbruch schützt und den Schlag dämpft, feuerverschweißt. (Handgeschmiedet unter hohen Temperaturen). Vorteil = Außergewöhnliche Schneidstähle mit größtmöglicher Härte 62-63 HRC.
Hohlschliff
Der Hohlschliff (Ura) auf der Spiegelseite verringert die Kontaktfläche und setzt damit die Reibung herab. Zu dem erleichtert er das Abziehen, da nur der Rand des harten Plattierungsstahls bearbeitet wird. Der Hohlschliff wird nach hinten tiefer, somit bleibt er auch beim Nachschärfen immer erhalten. (siehe Grafik)
Abgewinkelte Klinge
Durch die Abwinkelung des Blattes wird die Arbeitstiefe auf nahezu das Doppelte der Blattlänge erhöht und erreicht somit die Arbeitstiefe von westlichen Stemmeisen. Das kurze Blatt ermöglicht eine präzise Führung.
Weitere Merkmale japanischer Stemmeisen:
- Griffe aus schlagzähen Harthölzern
- Massiver Stahlring am Übergang vom Griff zum Eisen für maximale Kraftübertragung
- Kräftige Stahlzwingen, ausgelegt für effizientes Treiben mit dem Eisenhammer
Fertigungsschritte japanischer Stemmeisen (handgeschmiedete Herstellung)
Japanische Stemmeisen / Stechbeitel werden handgeschmiedet. Für die Schneidlage kommt häufig Weißer- oder Blauer Papierstahl zum Einsatz, ein Kohlenstoffstahl mit hervorragenden Schneideigenschaften. Die grundlegenden Schritte bei der Herstellung finden sich sowohl bei einer Manufaktur (z.B. Ioroi) als auch einem Meisterschmied wie Tasai.
- Feuerverschweißen von weichem und hartem Stahl
- Schmieden von Hals und Angel
- Ausformen des Blatts
- Grober Schliff, Härten, Anlassen
- Abrichten des Blatts
- Endschliff
- Formen des Griffs aus Eichenholz (meist japanische Weißeiche oder Roteiche)
- Montage
Japanisches Stemmeisen, Herstellung von Hand in zahlreichen Zwischenschritten.
Japanisches Stemmeisen - Die Spiegelfläche (URA)
Die Spiegelfläche japanischer Stemmeisen ist in mehrfacher Sicht einzigartig. Da das Eisen zweilagig aufgebaut ist, findet sich an der Spiegelfläche und damit am vorderen Teil der Fase, der harte Schneidstahl. Beim westlichen Stechbeitel wird beim Schärfen die Spiegelseite auf der ganzen Fläche (ca. 90 mm) poliert. Dies bringt jedoch den Nachteil mit sich, dass die gesamte Fläche auch eine hohe Planheit aufweisen muss. Ist die Fläche nicht plan, kann sich keine scharfe Schneidkante ausbilden.
Die Planheit der Spiegelfläche hängt davon ab, wie plan der Schleifstein ist und wie gleichmäßig der Druck auf das Eisen beim Schärfen ausgeübt wird. Beides Einflüsse, die nur mit viel Zeitaufwand und Übung verbessert werden können. Eine kürzere Spiegelfläche oder generell eine kleinere Fläche ist deutlich leichter plan zu schleifen. Hier setzt die japanische Konstruktion an. Anstatt eine große Spiegelseite zu schaffen, wird durch einen Hohlschliff die zu schleifende Fläche auf den vordereren Bereich an der Schneide (zur Schneidenausbildung) und die Seitenbereiche (zur Auflage) reduziert. Ziel des Schmiedes und des Anwenders ist es, die Fläche zwischen Schneidenvorderkante und Hohschliffkante so klein wie möglich zu halten.
Je kleiner die Fläche, umso ebener wird sie beim Schärfen. Als Folge daraus, formt die ebenste Fläche die beste Schneide. Damit der Hohlschliff beim Nachschärfen nicht verschwindet, wird er zum Blattende hin tiefer. Somit behält die Höhlung durch das regelmäßige Abziehen der Spiegelfläche nach dem Schärfen, seine Außenform bei und verschwindet nicht. Voraussetzung hierfür ist ein sauberes Einbringen des Hohlschliffs durch den Schmied.
Zweck der Mehrfachnutzung bei Japanischer Stemmeisen:
Manche Japanischen Eisen besitzen eine Mehrfachnutzung auf der Spiegelseite. Diese schafft zusätzliche Stege, welche die Auflage bei breiten Werkzeugen erleichtert.
Japanische Stemmeisen - Typen
Oire Nomi
Das Oire Nomi ist das universelle Stemmeisen, welches mit dem Hammer getrieben wird. Erhältlich in Breiten von 3 mm - 43 mm.
Atsu Nomi
Stärker dimensionierte Form des Oire Nomi oben. Es wird bevorzugt von Zimmerern eingesetzt. 12, 15, 18 und 24 mm sind erhältlich.
Mukomachi Nomi
Der japanische Lochbeitel, welcher zur Herstellung kleiner Zapfenlöcher eingesetzt wird. 15, 18 und 24 mm werden häufig eingesetzt.
Uso Nomi / Shinogi Nomi
Stecheisen mit dreieckigem, geschmiedetem Querschnitt und meist längeren Griffen. Es wird nur von Hand geführt und dient dem Nachstechen von Holzverbindungen. Gängige Breiten liegen zwischen 6 mm und 30 mm.
Mori Nomi und Sokzarai Nomi
Diese beiden Eisen werden für den japanischen Schiebetürenbau verwendet. Die Formen sind sehr speziell und ähneln im Querschnitt am ehesten dem Kuhfuß, an einen Brecheisen.
FAQ zu japanischen Stemmeisen
Wieso sind japanische Stemmeisen nicht gebrauchsfertig?
Mit Ausnahme einiger Serien sind japanische Stemmeisen beim Kauf nicht gebrauchsfertig. Der Grund hierfür liegt in der japanischen Tradition. Ein Werkzeughersteller stellt das Werkzeug dem Arbeiter mit bestmöglicher Qualität zur Verfügung. Der Anwender selbst muss sich, um vernünftig mit dem Werkzeug arbeiten zu können, mit dessen Bauform und Funktion auseinandersetzen. Dieses „Kennenlernen“ des Werkzeugs entsteht durch die Vorbereitung vor dem eigentlichen Einsatz durch den Anwender. Hinzu kommt, dass in Japan Werkzeuge nicht von einem Werkzeughersteller sondern einem Schmied hergestellt werden. Das Handwerk des Schmieds umfasst die Herstellung der Stemmeisenklinge. Der Griff und die Montage des Werkzeugs haben eine untergeordnete Wichtigkeit für den Schmied. Aus diesem Grund sind auch die Zwingen an japanischen Stemmeisen in der Regel nicht vormontiert. Eine Gebrauchsanweisung, in der die Arbeitsschritte erklärt werden, finden Sie bei jedem ausgelieferten Werkzeug.
Wie wird die Zwinge bei japanischen Stemmeisen montiert?
- Setzen Sie die Seite mit dem größeren Innendurchmesser auf das Heft auf.
- Treiben Sie die die Zwinge mit dem Hammer auf den Griff auf. Das Heft soll die Zwinge um ca. 3 mm überragen. Lässt sich die Zwinge nicht auftreiben muss entweder ringsum am Heft mit einer Feile Material entfernt, oder der Griff in dem Bereich, in dem die Zwinge aufgetrieben wird mit dem Hammer gestaucht werden.
- Das überstehende Teil des Hefts kann nun in Wasser getaucht werden, um die Faser aufzuweichen. Im Anschluss wird das Holz durch gezielte Schläge auf die Holzkante ringsum gebörtelt (zu einem Pilz geformt).
Wieso sind die Japanischen Stemmeisen schwarz?
Tonoko Nuri Technik nach Akio Tasai:
In diesem Arbeitsgang in der Stemmeisenherstellung wird auf das geschliffene Eisen eine flüssige Mischung aus Tonerde und Kohlepulver aufgetragen. Diese Schicht ermöglicht beim Anlassen eine konstante Temperatur an allen Blattteilen und sorgt zudem für die Bildung einer gleichmäßigen, schwarzen Oxidschicht zum Schutz vor Rost.