Schellack
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Schellack
EXPERTENWISSEN SCHELLACK
Was ist Schellack?
Schellack ist ein sogenannter Spirituslack. Das Wort „Spiritus“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Geist" oder Hauch“. Bereits im Mittelalter wurde dieser Begriff für destillierte Flüssigkeiten verwendet. Heute ist unter dem Begriff "Spiritus" umgangssprachlich meist Brennspiritus, gemeint. Zum Ansetzen von Schellack verwendet man jedoch nicht den Brennspritius sondern reinen Alkohol (96%). Brennspiritus besteht auch aus Alkohol, hat aber meist Zusätze aus Methanol.
Spirituslack ist also ein Lack, der mit 96-prozentigem Ethanol als Lösungsmittel angesetzt wird. Sein fester Bestandteil besteht hauptsächlich aus Harzen. Eine besondere Form davon ist Schellack, ein natürliches Harz, das sich von anderen dadurch unterscheidet, dass es nicht von Bäumen, sondern von Insekten (Läusen) stammt. Aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften, ist er deshalb heute der am häufigsten verwendete Spirituslack.
Die Zweige der Wirts-Bäume werden immer dicker von dem Harz der weiblichen Läuse bedeckt und sterben schließlich ab – wie auch die Tiere.
Schellack selbst ist ein harzartiges Produkt, das aus den Ausscheidungen der Lackschildlaus (Kerria lacca) gewonnen wird. Diese winzigen Insekten leben hauptsächlich auf bestimmten Bäumen in tropischen Regionen wie Indien und Thailand.
Die Herstellung von Schellack
Die harzigen Ausscheidungen werden gesammelt und gereinigt. Anschließend wird das Harz in Plattenform gepresst und dann zerstoßen oder gemahlen. Durch Lösen in Alkohol entsteht der Lack. Er ist ein reines Naturprodukt und wird für seine umweltfreundlichen Eigenschaften geschätzt.
Welche Arten von Schellack gibt es?
Es gibt verschiedenen Tönungen.
Je nach Hersteller gibt es unterschiedliche Bezeichnungen, die sowohl den Tönungsgrad wie auch die Qualität beschreiben können.
So finden Sie etwa im DICTUM-Shop folgende Schellack-Arten:
Astra - Entfärbter und hochtransparente, für klare Polituren.
Komet - Orange, für Polituren mit leichter Tönung.
Superior - Rötlicher, für Polituren mit deutlicher Tönung und zum Anfeuern der Maserung.
Der blättrige Schellack wird in der Regel mit reinem Alkohol in Lösung gebracht. Der Auftrag erfolgt mit Pinsel oder Ballen in mehreren Schichten. Die angebotenen Blätterschellacke sind hochrein, entwachst und untereinander zur Erzielung bestimmter Tönungen mischbar.
Flüssiger Schellack, Astra
Flüssiger Schellack, Komet
Flüssiger Schellack, Superior
Flüssiger Schellack mit optimalem Mischungsverhältnis zur sofortigen Anwendung. Unser Produkt besteht nur aus hochreinen, entwachsten Schellackplättchen und reinem Ethanol (Alkohol 96 %).
Egal für welche Farbe Sie sich entscheiden – gleichmäßiges Auftragen der Schichten sind das A und O einer Schellack-Politur.
Eigenschaften von Schellack
Schellack hat eine Reihe bemerkenswerter Eigenschaften, die ihn von anderen Lackarten unterscheiden:
- Natürliche Basis: 100 % biologisch abbaubar und nachhaltig.
- Vielseitigkeit: Lässt sich als Klarlack oder farbiger Lack einsetzen, da er in verschiedenen natürlichen Tönen erhältlich ist.
- Schnelltrocknend: Trocknet schnell und bildet eine glatte, glänzende Oberfläche.
- Reparierbarkeit: Leicht zu reparieren, da neue Schichten alte nahtlos überdecken können.
- Alkohollöslich: Lässt sich einfach verarbeiten und entfernen.
- Lebensmittelecht: Geeignet für Oberflächen, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.
Trotz seiner vielen Vorzüge hat Schellack auch einige Schwächen:
- Empfindlichkeit: Nicht resistent gegen Alkohol, Wasser und hohe Temperaturen.
- Begrenzte Wetterbeständigkeit: Nicht für den Außenbereich geeignet.
- Aufwand bei der Verarbeitung: Es erfordert etwas Übung, eine perfekte Oberfläche zu erzielen.
Anwendungsbereiche von Schellack
Schellack findet in einer Vielzahl von Bereichen Anwendung:
- Möbelbau: Er verleiht Holz einen warmen, edlen Glanz und betont die natürliche Maserung.
- Musikinstrumente: Viele hochwertige Musikinstrumente, wie Geigen oder Klaviere, werden mit Schellack veredelt.
- Restaurierung: In der Denkmalpflege und Restaurierung historischer Objekte ist Schellack wegen seiner Authentizität unverzichtbar.
- Medizin und Kosmetik: In Tablettenüberzügen oder Nagellacken dient Schellack als schützende Schicht.
- Lebensmittelindustrie: Schellack wird als Überzugsmittel für Obst oder Süßigkeiten verwendet.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Schellackpolitur
Stammlösung:
Um ungefähr einen Liter Stammlösung zu erhalten, empfehlen wir, 370 g Schellack mit 765 ml Alkohol anzusetzen. Die Stammlösung wird später für den Auftrag gefiltert und entsprechend wasserdünn eingestellt.
Dies erfolgt meist nach Gefühl und ist stark von der Qualität sowie dem Alter des Schellacks abhängig. Für einen halben Liter empfehlen wir als Richtwert 160 ml Stammlösung und 340 ml Alkohol. Für die Lagerung eignen sich am besten Flaschen mit Korkenverschluß oder Apothekerflaschen, da die Metalldeckel von Einweggläsern mit dem Schellack reagieren können.
Ballen:
Das wichtigste Hilfsmittel für die Schellackpolitur ist der Ballen. Er besteht aus einem Woll- oder Baumwollkern (z. B. Nr. 810008), eingeschlagen in ein fusselfreies Leinen- oder Baumwolltuch (Nr. 810029).
Öl:
Wird dem Ballen in ganz geringer Menge hinzugegeben. Es fungiert als Gleitmittel und wird am Ende des Polierens von der Oberfläche entfernt. Für die französische Politur wird herkömmlicherweise Paraffinöl verwendet, allerdings eignet sich auch Kamelienöl
Die klassische Schellackoberfläche entsteht in mehreren Arbeitsphasen:
- Grundpolitur – In diesem ersten Schritt werden die Poren des Holzes mit einer Mischung aus Schellack und feinem Bimsmehl gefüllt.
- Deckpolitur – Durch mehrere Schichten, die zwischendurch trocknen müssen, wird eine geschlossene und gleichmäßige Oberfläche erzeugt. Je nach Holzart und Vorbereitung sind hierfür etwa 2 bis 6 Schichten nötig.
- Auspolieren – Um den typischen Glanz zu erreichen, erfolgt eine abschließende Politur mit einer sehr dünnen Schellacklösung, gegebenenfalls unter Zugabe von Benzoetinktur.
Alternative Pinsel-Auftragstechnik ohne Schellackpolitur:
Wer auf die traditionelle Technik mit dem Polierballen verzichten möchte, kann Schellack auch ausschließlich mit einem Pinsel auftragen. Allerdings lässt sich mit dieser Methode nicht derselbe hohe Glanzgrad erzielen. Dennoch bietet diese vereinfachte Variante viele der positiven Eigenschaften einer klassischen Schellackoberfläche.
Für beste Ergebnisse empfehlen wir einen hochwertigen Pinsel (Nr. 706109)
- Grundierung – Eine dünnflüssige Schellacklösung wird aufgepinselt und nach dem Trocknen mit Schleifpapier der Körnung 220 (z. B. Nr. 706394) geglättet.
- Deckschichten – Für die Deckschichten empfehlen wir min. drei weitere Anstriche, jeweils ohne Zwischenschliff.
- Feinschliff (optional) – Falls das Ergebnis noch nicht optimal ist, kann vor der letzten Schicht mit Schleifpapier der Körnung 400 nachgearbeitet werden.
Tipps für die Verwendung von Schellack
- Bewahren Sie Schellack-Flocken kühl und trocken auf, da sie empfindlich gegenüber Feuchtigkeit sind.
- Experimentieren Sie mit der Konzentration, um die gewünschte Viskosität zu erreichen.
- Planen Sie ausreichend Zeit für das Trocknen und Aushärten ein.
Schellack ist ein einzigartiges und vielseitiges Material, das durch seine natürlichen Eigenschaften, Ästhetik und einfache Verarbeitung überzeugt.
Ob in der Restaurierung, Kunsthandwerk oder Holzveredelung – Schellack bietet eine nachhaltige und hochwertige Lösung für anspruchsvolle Oberflächen.
Mit der richtigen Technik und Pflege können Sie mit Schellack atemberaubende Ergebnisse erzielen, die Tradition und Eleganz vereinen. Als Naturprodukt mit langer Geschichte ist er ein unverzichtbares Material für alle, die Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit legen.