Ölsteine
- Schleifsteine
- Schleifstein-Sets
- Abrichtblöcke / Abrichtsteine
- Schärfsteinhalter / Unterlagen
- Abziehleder
- Polierpasten
- Siliziumkarbidpulver / Schleifpapier
- Formschärfer
- Schnellschärfer
- Schleifführungen
- Schleifhilfen
- Werkzeug- & Messerschärfsysteme
- Schärfsets
- Schärfmaschinen
- Polierbock
- Polierscheiben
- Rostentferner / Rostschutzprodukte
- Schneidenprüfung / Schärfetester
- Schränkzangen & Schärfmittel für Sägen
- Schärfmittel für Bohrer / Bohrerschleifer
- Schärfmittel für Rasiermesser
- Schärfmittel für Sensen
- Schärfmittel für Gartenwerkzeuge
Ölsteine
EXPERTENWISSEN ÖLSTEINE
Ölsteine gehören zu den klassischen Schleifmitteln, die seit Jahrhunderten im Einsatz sind. Sie bestehen in der Regel aus natürlichen oder synthetischen Schleifmaterialien, die in einer festen Matrix gebunden sind, und werden traditionell mit Öl verwendet. Auch bestimmte Natursteine wie der Arkansas werden als Ölsteine bezeichnet. Das Öl dient als Schmiermittel und hilft, Metallpartikel abzutragen, die beim Schleifen entstehen, während es gleichzeitig den Stein sauber hält und ein gleichmäßiges Abtragen ermöglicht. Ölsteine bilden in Kombination mit Öl einen gleitfähigen Schmierfilm, der den Stein greifen lässt.
Ölsteine sind in der Regel härter als Wassersteine, weshalb sich ihre Oberfläche beim Schärfen nicht so schnell abnutzt. Sie bleiben länger eben und Werkzeuge, die eine sehr kleine Auflagefläche auf dem Stein haben, hinterlassen weniger Riefen oder Kratzspuren in der Steinoberfläche.
Deshalb sind Ölsteine bei Bildhauern sehr beliebt, deren Schnitzwerkzeuge oft sehr stark gerundete Schneiden haben. Durch die höhere Stabilität der Steine lassen sich aus ihnen filigrane Formsteine (Nr. 705267) herstellen, die bei Bildhauerwerkzeugen zum Abziehen der Innenseiten nötig sind.
Anwendung von Ölsteinen
Um einen Ölstein zu verwenden, trägt man eine kleine Menge Schleiföl auf die Oberfläche des Steins auf. Dies verhindert, dass die Metallpartikel den Schleifstein verstopfen, und sorgt für einen glatten, gleichmäßigen Schärfvorgang. Der Schleifprozess erfolgt durch gleichmäßige, kontrollierte Bewegungen, bei denen die Klinge in einem konstanten Winkel über den Stein geführt wird. Die langsame, kontrollierte Abtragung und die feine Schärfe, die ein Ölstein bietet, machen ihn zur bevorzugten Wahl, wenn es um feine Schneiden und kontrollierte Schärfvorgänge geht.
Pflege von Ölsteinen
Damit ein Ölstein langfristig effektiv bleibt, ist die richtige Pflege entscheidend:
- Regelmäßige Reinigung: Nach jeder Benutzung sollte der Stein mit einem fusselfreien Tuch und etwas Öl abgewischt werden, um Schleifrückstände zu entfernen. Von Zeit zu Zeit verwenden Sie am besten Petroleum oder Terpentinersatz zur gründlichen Reinigung von alten Ölrückständen, um die Griffigkeit des Steines wieder herzustellen.
- Abrichten: Mit der Zeit können sich beim Schärfen Rillen und Vertiefungen im Stein bilden. Diese sollten regelmäßig mit einem Abziehstein oder Schleifpapier behoben werden. Das Abrichten von hohl geschliffenen Ölsteinen geschieht auf die gleiche Weise wie bei den Wassersteinen. Sie sollten zum Abrichten jedoch eines der oben genannten Lösungsmittel benutzen.
- Aufbewahrung: Die Steine sollten trocken und sauber gelagert werden, idealerweise in einem Etui oder einer Box, um Staub und Schmutz fernzuhalten.
Vorteile von Ölsteinen
- Langlebigkeit: Ölsteine nutzen sich im Vergleich zu anderen Schleifsteinen langsamer ab und bieten eine gleichbleibend hohe Schleifleistung.
- Widerstandsfähigkeit: Sie eignen sich hervorragend für harte Werkstoffe und bieten eine hohe Lebensdauer.
- Kein Wasser beim Schleifvorgang: Werkzeugschneiden können nicht korrodieren und müssen im Anschluss an den Schärfvorgang nicht erneut gepflegt werden.
Fachleute, die Wert auf eine dauerhafte Schärfe und eine robuste Schleiflösung legen, erzielen mit Ölsteinen besonders gute Ergebnisse. Besonders bei Werkzeugen, die hohe Präzision erfordern, wie Stechbeitel, Bildhauereisen oder Hobeleisen, aber auch bei hochwertigen Messern sind Ölsteine die bevorzugte Wahl.
Durch die hohe Härte arbeiten die Ölsteine jedoch langsamer. Bei den vergleichsweise weicheren Wassersteinen brechen verbrauchte, stumpfe Schleifpartikel schneller aus der Oberfläche heraus und machen Platz für frische, scharfe Partikel.
Poröse Ölsteine sind in der Regel mit Öl vorgetränkt z. B. der Norton Kombi-Schärfstein (Nr. 711053) und benötigen zum Schärfen nur ein paar Tropfen Schleiföl (Nr. 705263) auf die Steinoberfläche. Steine mit geschlossenen Poren saugen nicht viel Öl, auch hier reichen ein paar Tropfen Schleiföl auf der Oberfläche.
Von den Arkansas-Ölsteinen gibt es sehr feinkörnige Exemplare, mit denen sich die Schneide sehr gut auspolieren lässt. Sie sind als Poliersteine mit einer Körnung von 8000-10 000 sehr beliebt. Wenn zum Abziehen der Schneide ein solcher Ölstein Verwendung findet, ist es sinnvoll, für die Vorarbeiten ebenfalls Ölsteine zu verwenden. Die gröberen Varianten der Arkansas-Steine sind allerdings sehr weich, darum haben sich hierfür synthetisch hergestellte Steine durchgesetzt. Ein Hersteller solcher künstlichen Ölsteine ist die Firma Norton. Die Norton-Steine sind relativ grob und der Abstand der Körnung zu den Arkansas-Abziehsteinen ist recht groß. Diese Lücke schließen Kunsuto-Ölsteine mit mittleren Körnungen. Ein Vorteil ist, dass all diese Ölsteine eine ähnliche Größe von ca. 200 mm x 50 mm haben: sie sind alle passend für unseren Schärfsteinhalter.
Arkansas Ölsteine sind feinstkörnige, extrem verschleißfeste Steine. Aufgrund ihrer hohen Härte dienen diese Ölsteine bevorzugt zum Polieren von gekrümmten Schneiden. Die angebotenen Steine haben eine homogene Struktur und sind rissfrei. Sie stammen aus den Ouachita Mountains in Arkansas (USA).
Welche Öle darf man verwenden?
Ebenso eignet sich ein leichtes Mineralöl, da es klar und geruchsneutral ist und sich gut verteilen lässt.
Die mineralölbasierte Zusammensetzung von Ballistol sorgt dafür, dass es gut auf Schärfsteinen verwendet werden kann, ohne zu verkleben oder ranzig zu werden. Nähmaschinenöl oder Waffenöl sind leicht und lassen sich gut verteilen, sind allerdings nicht unbedingt geruchsneutral.
Was sollte man vermeiden?
- Vermeiden Sie Pflanzenöle wie Olivenöl oder Sonnenblumenöl. Diese neigen dazu, ranzig zu werden, was den Stein verkleben und unangenehm riechen lassen kann.
Das Schärfen auf Ölsteinen hat definitiv einen gewissen Reiz für Liebhaber, die traditionelle Methoden schätzen. Dennoch ist es nicht nur eine Frage der Nostalgie. Viele Handwerker, Köche und Messer-Enthusiasten greifen nach wie vor auf Ölsteine zurück, weil sie präzise Kontrolle über den Schärfvorgang bieten und langlebig sind. Ölsteine ermöglichen eine feine, kontrollierte Bearbeitung der Schneide, was besonders bei hochwertigen Werkzeugen oder Messern geschätzt wird.