Fuchsschwanz-Sägen
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Fuchsschwanz-Sägen
EXPERTENWISSEN FUCHSSCHWANZ-SÄGEN
Vorteile von Fuchsschwanz-Sägen
Bei einer Rückensäge erhält das Sägeblatt seine Stabilität durch eine aufgesetzte Verstärkung. Bei einem Fuchsschwanz ist das anders, sein Sägeblatt ist dicker und benötigt keinen verstärkenden Rücken. Diese Handsägen zeichnen sich deshalb durch eine ganze Reihe von Vorteilen aus:
- stabiles Sägeblatt ohne Rückenverstärkung; dadurch unbegrenzte Schnitttiefe und lange gerade Schnitte möglich
- arbeitet »auf Stoß«; gewohnte Arbeitsweise bei westlichen Sägen
- geschränkte Sägezähne; leicht korrigierbarer Schnitt
- ergonomisch geformter Griff; entlastet das Handgelenk
- einfach zu schärfende Verzahnung: mit normalen Sägefeilen (Dreikantfeilen) zu schärfen
- in vielen Größen und mit unterschiedlichen Bezahnungen erhältlich
Die passende Fuchsschwanz-Säge kaufen
In der Holzbearbeitung wurde der Fuchsschwanz zunächst hauptsächlich für grobe Arbeiten benutzt, etwa für den Grobzuschnitt auf Länge. Im anglo-amerikanischen Raum etablierte sich diese Holzsäge mit angepasster Verzahnung auch für präzise Arbeiten. Die Zahnteilung wird meist in tpi (teeth per inch; Zähne pro Zoll) oder ppi (points per inch; Zahnspitzen pro Zoll) angegeben. Bei uns haben Sie die Wahl zwischen Sägen mit unterschiedlichen Zähnen bzw. Zahnformen. Eine Besonderheit sind die Zähne unserer Turbo-Cut Sägen, die - wie bei Fuchsschwanz-Sägen üblich - leicht »auf Stoß« stehen, jedoch durch einen speziellen Gegenschliff auch »auf Zug« schneiden (Schnitt wie bei einer Japansäge).
Wie wird die Fuchsschwanz-Säge richtig gehalten?
Der Griff der meisten Fuchsschwänze ist für das Halten mit drei Fingern ausgelegt.
Anfänglich empfinden viele Holzhandwerker den Griff ihres Fuchsschwanzes als zu klein und wenig ergonomisch. Dies liegt größtenteils an einer falschen Handhaltung. Für effektive Schnitte und kraftvolles Arbeiten umfassen Sie den Griff des Fuchsschwanzes nur mit drei Fingern, der Zeigefinger ist ausgestreckt und deutet parallel zur Oberkante des Sägeblatts in Richtung Sägeschnitt.
Wie kann ich Schnittholz mit dem Fuchsschwanz besäumen?
Besäumen mit dem Fuchsschwanz auf einer Sägebank.
Zum Besäumen legen Sie die Bohle bzw. das Brett am besten auf eine Sägebank oder einen Sägebock. Diese speziellen Böcke sind niedriger als eine Hobelbank, sodass Sie mit Ihrer vollen Körperkraft arbeiten können. Das Werkstück fixieren Sie dabei mit dem Knie. Mit einer flachen Sägenhaltung wird zuerst eine Führung eingeschnitten und dann die Säge wieder steiler gestellt und das Holz durchgesägt. Gesägt wird mit einer Pendelbewegung, bei der sich das Sägeblatt wie bei einer Stichsäge mit Pendelhub bewegt: während dem Arbeitsgang (abwärts) etwas geneigt, bei der Bewegung nach oben fast senkrecht. Diese beiden Bewegungen wechseln sich ständig ab.
Kann ich Fuchsschwanz-Sägen selbst schärfen?
Bei den meisten Fuchsschwänzen können Sie die Sägeblätter bzw. die Zähne in Ihrer Werkstatt selbst nachschärfen. Voraussetzung ist ein durchgängig gehärtetes Blatt mit entsprechend gehärteten Sägezähnen (ist das Metall nur im Bereich der Zähne gehärtet, brechen diese leicht aus). Es sind nur wenige Arbeitsschritte notwendig, um eine stumpfe Handsäge in kurzer Zeit wieder flottzumachen:
Beim Abrichten werden die Sägezähne auf gleiche Höhe gebracht.
1. Abrichten. Mit einer Feile ohne Griff werden die Zahnspitzen auf gleiche Höhe gebracht. Wenn die Zähne vor dem Abrichten unterschiedlich hoch waren, haben Sie nach dem Abrichten unterschiedlich große Flächen auf den Zahnspitzen. Um den Schärffortschritt gut erkennen zu können, schwärzen Sie die gesamte Verzahnung mit einem Marker ein.
Eine selbstgebaute Feilenlade erleichtert das Einhalten der Winkel.
2. Schärfen. Sie können die gesamte Verzahnung von einer Seite aus schärfen oder Sie schärfen zuerst nur jeden zweiten Zahn von der einen Seite, drehen dann den Fuchsschwanz um, und schärfen die dazwischenliegenden Schneiden. Wenn Sie die gesamte Verzahnung von einer Seite feilen, müssen Sie bei Querschnittverzahnung nur den seitlichen Winkel (sog. Fleam) verändern. Beim Schärfen von zwei Seiten müssen Sie sowohl den Fleam als auch die Neigung (sog. Rake) verändern. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis alle Zahnspitzen wieder scharf sind.
Das Sägeblatt wird stets entgegen der Schnittrichtung entgratet.
Tabelle mit gängigen Winkel-Kombinationen für unterschiedliche Schnittrichtungen:
| Art der Bezahnung | Neigung / Rake | Schrägung / Fleam |
| Längs | 4° | 0° |
| Quer | 15° | 20° |
| Hybrid | 10° | 15° |
Zum Ermitteln bereits vorhandener Winkel bei einer Bezahnung legen Sie eine Sägefeile in die Zahnzwischenräume und nehmen den Rake- und Fleam-Winkel mit einem Winkelmesser ab.
4. Schränken. Wenn die Säge noch ausreichend geschränkt ist, müssen Sie nichts weiter tun. Nach fünf bis zehn Mal Schärfen muss die Säge allerdings wieder geschränkt werden. Das passiert in der Regel vor dem letzten Feilendurchgang, also nachdem alle Zähne auf gleiche Höhe gebracht wurden und die verbleibenden Flächen auf den Spitzen fast verschwunden sind. Geeignete Schränkzangen finden Sie hier.
Eine kompakte Schärfanleitung für Handsägen finden Sie in unserem Werkzeugwissen-Blog. Oder besuchen Sie einen unserer Schärfkurse.