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Schlichthobel Nr. 4, 4½ & 5
EXPERTENWISSEN SCHLICHTHOBEL NR. 4, NR. 4 1/2 und NR. 5
Was ist ein Schlichthobel?
Der Schlichthobel ist für das Glätten und Nivellieren von Holzoberflächen konzipiert. Er wird typischerweise für das Schlichten, einen entscheidenden Zwischenschritt, verwendet, um anschließend durch Putzen eine hochwertige, glatte Oberfläche zu erzielen, die so wiederum für weitere Bearbeitungsschritte wie die Oberflächenbehandlung vorbereitet ist. Für einfach zu hobelnde Holzarten kann der Schlichthobel auch zum Verputzen verwendet werden. Für Holzarten, die zum Vorspalten neigen, oder für unruhige Maserungen empfiehlt sich ein Putzhobel mit höherem Schnittwinkel. Häufig werden geschlichtete Flächen im Anschluss auch mit Schleifpapier für die Oberflächenbehandlung bearbeitet.
Unterschied von Putzhobel und Schlichthobel
Bedingt aus der Tradition im Holzhobelbereich hat der Schlichthobel einen 45° Eisenträger. Somit liegt der Schnittwinkel bei 45°, was der Standardwinkel für gängige Holzarten ist. Der Schlichthobel hat eine Länge von 250 bis 350 mm, kann also auch länger als ein klassischer Putzhobel sein. Das Schlichten ist einer der wichtigsten Arbeitsschritte bei der Oberflächenbearbeitung mit Handhobeln, der zwischen dem groben Schruppen und dem abschließenden feinen Putzen liegt.
Ein Putzhobel hat einen steileren Winkel von 50°. Im englischen Sprachraum wurden diese Art Metallhobel von bekannten Herstellern (z. B. Norris, Preston) auch als Smoother bezeichnet. Er grenzt sich somit eindeutig zum Schlichthobel ab. Nicht nur bei DICTUM, sondern auch in den entsprechenden Produktbezeichnungen von ECE und Ulmia werden Hobel mit 50° Schnittwinkel als Putzhobel geführt. Die Bezeichnung ab etwa 1900 war Steilhobel oder Hartholzhobel. Der steilere Winkel des Putzhobels eignet sich auch für schwierige Maserungen oder Hölzer, die wuchsbedingt unruhige oder unterbrochene Maserungen besitzen, beispielsweise Maserbirke oder Olivenholz.
Bei den europäischen Holzhobeln, z. B. Ulmia, hatten Schlichthobel ursprünglich nur ein Einfacheisen ohne Spanbrecher. Da der Hobel nicht zur finalen Oberflächenbehandlung eingesetzt wurde, nahm der Holzhandwerker kleinere Ausrisse in Kauf.
Metall-Schlichthobel
Ein Metall-Schlichthobel zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
Fein geschliffene Sohle: Die Hobelsohle von Metall-Schlichthobeln ist präzise gefertigt, um eine optimale Kontaktfläche mit dem Werkstück zu gewährleisten und so gleichmäßige und glatte Oberflächen zu erzielen.
Verstellbare Schnitttiefe: Die meisten Metall-Schlichthobel sind mit einem Mechanismus ausgestattet, der es ermöglicht, die Schnitttiefe des Hobeleisens einfach und präzise einzustellen. Dadurch kann der Anwender je nach Material und gewünschtem Ergebnis feine Anpassungen vornehmen.
Japanische Schlichthobel (Kanna)
Oberflächen, die mit einem Kanna bearbeitet werden, zeigen die natürliche Schönheit des Holzes in ihrer reinsten Form. Kanna sind schlichte Werkzeuge, die auf die grundlegende Funktion eines Hobels reduziert sind. Das zweischichtig geschmiedete, konische Eisen ist im Vergleich zu europäischen Hobeln deutlich dicker, was einen erschütterungsfreien Lauf gewährleistet. Die Klappe fungiert außerdem als Spanbrecher. Mechanische Einstellhilfen fehlen bei Kanna vollständig. Vor dem ersten Einsatz muss das Eisen abgezogen und in die konische Nut des Korpus eingepasst werden. Um die Reibung zu verringern, wird die Hobelsohle mit einem Schabhobel leicht konkav geformt.
Wer sich diesen Herausforderungen stellt, wird mit herausragenden Arbeitsergebnissen belohnt.
Low Plane Schlichthobel
Besonders beim Schlichten ist es wichtig, das Werkzeug so nah wie möglich am Werkstück zu führen und dem Faserverlauf optimal zu folgen. Der Low Plane Hobel zeichnet sich durch seine niedrige Bauweise aus, die es ermöglicht, die Handhaltung und den Druck schnell zu wechseln, ohne dass störende Griffe im Weg sind. Dank seines geringen Gewichts lässt er sich leicht führen und mühelos neu auf dem Material positionieren, wodurch er je nach Bedarf geschoben oder gezogen werden kann. Das 4,8 mm dicke Hobeleisen mit zusätzlichem Spanbrecher reduziert Vibrationen während der Arbeit und gewährleistet einen äußerst ruhigen Schnitt.
Nach dem Römerhobel, der seitliche Durchbrüche (Quergriffe) im Hobelkörper aufweist, gab es im Mittelalter im nördlichen Alpenraum bereits Schlichthobel ohne Griffe. Erst im 17. und 18. Jahrhundert wurden die meisten Hobel mit zwei Griffen versehen. Der Möbelschreiner James Krenov favorisierte 1975 einen grifflosen Holzhobeltyp und beschrieb ihn ausführlich in einem seiner Bücher. Diese Form des Handhobels wird bis heute eng mit seinem Namen verbunden.
Handhaltung bei Schlichthobeln
Der Griff von Metallhobeln ist so gestaltet, dass er eine komfortable Handhabung ermöglicht und den Druck gleichmäßig verteilt, um die Ermüdung beim Arbeiten zu reduzieren. Die hintere Hand umfasst den Griff, der Zeigefinger wird jedoch ausgestreckt und liegt an der Hobeleisenkante an. So kann die Hobelstellung leichter korrigiert werden und die übrigen Finger haben mehr Raum.
Es gibt auch Modelle aus Holz ohne Griff, die eine alternative Handhabung bieten und es dem Benutzer ermöglichen, das Werkzeug flexibler zu führen. Diese grifflosen Schlichthobel bieten eine schnelle Wechselmöglichkeit der Hobelrichtung - was vor allem bei stark gemasertem Holz ein Vorteil ist.
Tipps zur Verwendung von Schlichthobeln
Um die besten Ergebnisse mit einem Schlichthobel zu erzielen, sollten folgende Hinweise beachtet werden:
- Vorbereitung des Werkstücks: Achten Sie darauf, dass das Holz gut vorbereitet ist und keine groben Unebenheiten aufweist, die mit einem Schrupphobel oder der Raubank bearbeitet werden sollten.
- Einstellung der Spanabnahme: Beginnen Sie mit einer geringen Spanabnahme, um das Risiko von Ausrissen zu minimieren, und erhöhen Sie diese bei Bedarf schrittweise.
- Druckverteilung: Üben Sie gleichmäßigen Druck auf den Hobel aus und heben Sie ihn am Ende des Schnitts an, um das Hobeleisen zu schonen.
- Regelmäßiges Schärfen: Halten Sie das Hobeleisen stets scharf, um optimale Ergebnisse zu gewährleisten. Ein stumpfes Eisen kann zu unsauberen Schnitten und einer ungleichmäßigen Oberfläche führen.
Fazit
Der Schlichthobel ist ein geniales Werkzeug in der Holzbearbeitung, das sowohl von Hobbyisten als auch von professionellen Handwerkern geschätzt wird. Mit seiner Fähigkeit, präzise und glatte Oberflächen zu erzeugen, spielt er eine entscheidende Rolle im Möbelbau.