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Grundhobel
EXPERTENWISSEN GRUNDHOBEL
Was ist ein Grundhobel?
Grundhobel gibt es in Ausführungen aus Holz oder Metall. Diese Hobel sind unverzichtbare Werkzeuge in der Holzbearbeitung, für das Ausarbeiten von Nuten, Gratnuten, das Ebnen von Überblattungen (auch: Überplattungen) sowie für das präzise Nacharbeiten von Zapfen. Besonders mittelgroße und kleine Grundhobel eignen sich hervorragend für filigrane Arbeiten, z. B. dem Einlassen von Schlössern und für Einlege- und Intarsienarbeiten.
Grundhobel aus Holz
Wir führen Grundhobel aus Holz von traditionellen Herstellern wie Ulmia oder E.C.E.
Der Korpus aus massiver Rotbuche ist leicht und bietet ein angenehmeres Gefühl in der Hand. Diese Hobel werden gerne von Handwerkern eingesetzt, die traditionelle Werkzeuge und Methoden bevorzugen. Durch ihr geringes Gewicht sind sie auch bei längerem Gebrauch angenehm in der Handhabung. Das Hobeleisen ist L-förmig abgewinkelt und wird mit einem Holzkeil oder mit einer Zugschraube und Flügelmutter befestigt. Der Fasenwinkel beträgt 25°. Die Öffnung in der Mitte des Hobelkörpers ermöglicht eine gute Einsicht auf den Arbeitsvorgang.
Grundhobel aus Metall
Grundhobel aus Guss bieten durch ihr höheres Gewicht mehr Präzision und gleichbleibende Genauigkeit. Die verstellbaren Komponenten der Metallhobel erlauben eine feinere Justierung des Eisens, die bei Holzhobeln oft nicht möglich sind. Metallhobel benötigen weniger Wartung und sind weniger anfällig für unterschiedliche klimatische Bedingungen. Das historische Vorbild für den Grundhobel ist die Version um 1900 von Stanley.
- Hobelkörper: Spannungsfrei geglühte Hobelkörper aus Guss verleihen dem Grundhobel Gewicht und Stabilität. Die plane Auflagefläche dieser Hobel sorgt für eine gleichmäßige Führung auf dem Werkstück. Im Hobelkörper kann das Eisen sowohl mittig, umschlossen von der Auflagefläche, als auch randnah mit offener Auflagefläche für die Eckenbearbeitung eingesetzt werden. Beide Varianten bieten bei der Arbeit stets eine gute Sicht auf die Schneidfase.
- Hobeleisen: Das L-förmige Eisen wird vertikal und mittig im Grundhobel montiert. Die Breite der Eisen variiert zwischen 3 mm und 20 mm. Die Fase ist nach oben, die Spiegelseite zum Werkstück hin ausgerichtet. Durch den leicht schräg ausgerichteten Freiwinkel zwischen Spiegelseite und Werkstück ergibt sich zusammen mit dem Keilwinkel ein verhältnismäßig kleiner Schnittwinkel. Grundhobel haben in der Regel einen Schnittwinkel von etwa 30 bis 40 Grad. Dieser Winkel bezieht sich auf den Winkel, in dem das Hobeleisen zur Sohle des Hobels steht.
Der Freiwinkel ist der Winkel zwischen der Spiegelseite des Hobeleisens und der Oberfläche des Werkstücks. Ein gut definierter Freiwinkel verhindert unnötige Reibung und sorgt für einen sauberen Schnitt.
- Tiefenverstellung: Das Eisen kann bei manchen Hobeln auf dem Eisenträger wahlweise um 180° gewendet werden, so dass die Schneidfase entweder in Richtung des Hobels (1) oder von ihm weg (2) zeigt. Diese Funktion ist besonders praktisch bei randnahen Arbeiten oder in schwer zugänglichen Ecken. Die Feineinstellung des Eisens mit Tiefenanschlag ermöglicht feinste Schnitttiefenzustellungen. Für eine präzise und einfache Tiefeneinstellung verfügt der Eisenträger bei einigen Modellen über eine Skala oder eine Federvorspannung des Eisens.
- Parallelanschlag: Für gerade und parallele Schnitte kann optional ein Anschlag rechts oder links am Hobelkörper angebracht werden, um ihn entlang einer Referenzkante zu führen.
Tipps zum Arbeiten mit dem Grundhobel
- Glatte Oberflächen erzeugen: Beginnen Sie beim Grobausstemmen großer Nuten mit einem Stemmeisen und lassen Sie dabei einen Abstand von 2 bis 3 mm zum Grund der Nut. Fahren Sie dann mit dem Grundhobel fort, indem Sie zunächst dickere Späne abnehmen und die Feinstellung der Spanabnahme näher am Grund anpassen.
- Zapfen präzise anpassen: Mit dem Grundhobel lassen sich Zapfen exakt an die Breite des Schlitzes angleichen. Hobeln Sie dabei immer von außen nach innen, um Ausbrüche an den Kanten zu vermeiden.
- Halbverdeckte Zinken bearbeiten: Der Grundhobel eignet sich hervorragend zum Ausarbeiten von halbverdeckten Zinken. Mit schmalen Hobeleisen können Zinken bis in die Ecken und bis zum Grund präzise bearbeitet werden.
- Auflagefläche erweitern: Um eine stabile Auflage für den Grundhobel bei breiten Öffnungen (z. B. Überblattungen bzw. Überplattungen) zu schaffen, kann ein Holzstück in derselben Stärke neben das Werkstück gespannt werden.
- Ziehende Schnitte durchführen: Für saubere Schnitte ziehen oder schieben Sie den Grundhobel in einer bogenförmigen Bewegung, so dass die Schneidfase schräg ins Holz greift. Diese Technik ermöglicht ein schnelleres Ausarbeiten von Vertiefungen.
Schärfen des Grundhobel-Hobeleisens
Das Hobeleisen eines Grundhobels muss, wie bei jedem Hobel, scharf gehalten werden, um saubere Schnitte zu erzielen. Ein stumpfes Eisen kann Holzfasern reißen, anstatt sie sauber zu durchtrennen, was zu einer rauen Oberfläche führt.
Der Schärfvorgang umfasst:
- Spiegelseite plan schleifen: Die Spiegelseite des Eisens muss perfekt flach sein, um eine präzise Ausarbeitung der Schneide zu ermöglichen.
- Schleifen der Fase: Die Fase des Eisens sollte mit einem Schleifstein geschärft werden, wobei man normalerweise mit einem groben Stein beginnt und zu feineren Körnungen übergeht, um eine polierte Schneidfase zu erhalten. Das Eisen kann hierzu umgekehrt auf dem Stein geführt werden. Manche Hersteller (z. B. Veritas) haben ihr Hobeleisen zweiteilig aufgebaut und bieten Schärfhilfen an.
- Winkelkontrolle: Hobelklingen haben üblicherweise einen Fasenwinkel von 25° bis 30°. Dieser Winkel muss beim Schärfen gleichmäßig beibehalten werden, um die optimale Leistung des Hobels zu gewährleisten.
Der Freiwinkel beim Grundhobel
Grundhobel sind ausgezeichnete Werkzeuge für das Ausarbeiten von Nuten und das Nachbearbeiten von Zapfen. Allerdings verfügen traditionelle Holzgrundhobel und kleinere Metallmodelle nicht über die präzisen Einstellmöglichkeiten, die bei größeren Modellen von Veritas und Lie-Nielsen zu finden sind.
Wir möchten Ihnen einen nützlichen Tipp geben, mit dem Sie die Schnitttiefe bei fast jedem Grundhobel präzise einstellen können.
Voraussetzung dafür ist, dass das Hobeleisen Ihres Grundhobels einen sogenannten Freiwinkel aufweist, was bedeutet, dass das Eisen nach der Schneidfase leicht schräg nach oben verläuft. In der Regel besitzen alle industriell gefertigten Grundhobeleisen diesen Winkel. Bei selbstgebauten oder handgemachten Hobeleisen kann es jedoch sein, dass dieser Freiwinkel fehlt.
Der Freiwinkel sorgt dafür, dass das Hobeleisen lediglich an der Schneide aufliegt.
Den Freiwinkel nutzen: Um die Spandicke präzise einzustellen, nutzen wir diesen Winkel am Grundhobeleisen. Setzen Sie den Grundhobel mit der Schneidfase an die Kante des Werkstücks. Lösen Sie die Feststellschraube des Eisens, um die Spandicke zu justieren.
Für einen feinen Span lassen Sie die Schneidfase des Grundhobeleisens nur wenige Millimeter über die Werkstückkante hinausragen, drücken das Eisen sanft nach unten auf das Werkstück und ziehen die Feststellschraube wieder fest. Wenn Sie hingegen mehr Material abtragen möchten, schieben Sie die Schneide weiter nach außen.
Je weiter das Eisen übersteht, desto mehr Material wird anschließend abgetragen.
Auch das Nachjustieren der Tiefe erfolgt auf dieselbe Weise. Platzieren Sie den Grundhobel mit der Schneidfase an der Kante der bearbeiteten Fläche (z. B. dem Grund der Nut) und lassen Sie das Eisen so weit herausragen, dass Sie die gewünschte Spandicke einstellen können.