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Exzenterschleifer
Expertenwissen - Exzenterschleifer
Was unterscheidet den Exzenterschleifer vom Schwingschleifer?
Beide Schleifgeräte sind ähnlich aufgebaut: Unter dem Motorblock sitzt der Schleifteller bzw. Schleifschuh, der durch ein Getriebe in kreisende Schwingungen versetzt wird. Beim Schwingschleifer ist der Schleifschuh meist rechteckig, beim sog. Deltaschleifer, einer Variante des Schwingschleifers, dreieckig. Beim Exzenterschleifer sprechen wir von einem Schleifteller, da die Schleifplatte für gewöhnlich kreisrund ist. Üblich sind Schleifteller mit 125 mm bis 150 mm Durchmesser. Während der Schleifschuh des Schwingschleifers lediglich den Schwingungen der Maschine folgt, ist der Schleifteller des Exzenterschleifers drehbar gelagert und wird durch die Schwingungen zusätzlich in Rotation versetzt. Die zusätzliche Rotation sorgt für einen gleichmäßigen Materialabtrag, eine bessere Temperaturverteilung auf dem Schleifmittel und letztendlich für ein besseres Schleifergebnis.
Die Rotation des Schleiftellers entsteht jedoch willkürlich und ungesteuert, sie lässt sich zum Beispiel durch festes Drücken auf den Exzenterschleifer oder randnahes Schleifen stoppen. Um dem entgegenzuwirken hat Festool den sog. Getriebeexzenterschleifer (Rotex), einen Exzenterschleifer mit zusätzlichem Getriebe, entwickelt, bei dem der Schleifteller durch das Getriebe sowohl in schwingende als auch in kreisende Bewegung versetzt wird. Die Rotation kann bei den meisten Getriebexzenterschleifern zu- und abgeschaltet werden, sodass sich der Schleifabtrag darüber steuern lässt. Die kontrollierte Bewegung wird gerne auch bei der Verarbeitung von Metallic-Lacken verwendet, weil damit »hologrammfreies Polieren« möglich ist.
Tipps zum Schleifen mit Exzenterschleifern
- Materialgerechte Schleifmittel verwenden. Zum Schleifen von Massivholz und Holzwerkstoffen brauchen Sie andere Schleifmittel als bei der Oberflächenbehandlung. Während für Holz überwiegend vergleichsweise grobes Schleifpapier auf Korund-Basis genutzt wird (z. B. Rubin2 von Festool), kommen beim Schleifen von Lacken und Kunststoffen mit einem Exzenterschleifer oft feine Schleifmittel mit Siliziumkarbid oder Aluminiumoxid zum Einsatz (z. B. Festool Granat). Auch die sog. »Streuung« sollte zum Werkstoff passen. Eine geschlossene Streuung ermöglicht einen schnellen Abtrag und sie erzeugt ein feineres Schleifbild, sorgt jedoch dafür, dass sich das Schleifmittel schneller zusetzt. Eine geschlossene Streuung wird deshalb vorwiegend für Harthölzer und harte Lacke verwendet. Eine offene Streuung bietet mehr Platz für Staub und Schleifklumpen (mit Harz verklebter Abtrag). Sie wird deshalb gerne für weiche und harzhaltige Hölzer und weiche Oberflächen eingesetzt, z. B. Ölfarben.
- Passende Schleifteller verwenden. Bei hochwertigen Exzenterschleifern können Sie zwischen unterschiedlichen Schleiftellern wählen. Für harte und flache Untergründe wird ein harter Schleifteller verwendet (z. B. Feinschliff, Flächenschliff, Lackzwischenschliff), während ein mittelharter oder weicher Schleifteller sich dem Untergrund besser anpasst und auch auf gewölbten Flächen gute Schleifergebnisse liefert (z. B. Spachtel bei Karosseriearbeiten).
- Körnungsstufen einhalten. Geschliffen wird immer von grob nach fein. Die unterschiedlichen Körnungsstufen sind in der Regel so abgestimmt, dass die folgende feinere Körnung die Schleifspuren der vorhergehenden gröberen Körnung effizient beseitigt. Bei den gröberen Körnungen (60, 80, 100) können Sie jedoch auch mal eine Stufe überspringen. Tipp: In den meisten Fällen ist bei Vollholz, das anschließend geölt oder lackiert wird, ein Schliff bis 180 oder 220 Körnung vollkommen ausreichend.
- Ohne Druck schleifen. Der Exzenterschleifer und die Schleifpartikel sorgen für den Abtrag. Wenn Sie auf den Exzenterschleifer drücken, werden die Fasern des Holzes herabgedrückt und das Schleifmittel kann sie nicht abschneiden. Starker Druck bremst die Schleifbewegung unnötig ab und erzeugt mehr Reibungswärme. Diese lässt Harze im Holz und Lacke oder Ölfarben (Zwischenschliff) weich werden, was zu sog. Schmieren führt.
- Absaugung anschließen. Wenn Schleifstaub nicht abgesaugt wird, bleibt er auf der Fläche und verstopft das Schleifmittel. In ungünstigen Fällen bildet der Staub kleine, harte Klumpen und verkratzt die Oberfläche. Eine angeschlossene Absaugung verlängert nicht nur die Lebensdauer des Schleifmittels, sondern verbessert auch das Schleifergebnis. Viele Exzenterschleifer haben eine integrierte Ventilation, die den Schleifstaub absaugt. An diese Exzenterschleifer kann ein Staubbeutel direkt angeschlossen werden. Dies erhöht die Mobilität beim Schleifen und ermöglicht zum Beispiel das Abschleifen eines Türrahmens über Kopf. Meistens sind diese internen Absaugungen jedoch nicht so effektiv wie ein externes Absaugmobil.
- Schleifmittel korrekt aufsetzen. Damit die Absaugung ihre Aufgabe erfüllen kann, müssen die Absaugöffnungen im Schleifpapier mit denen im Schleifteller übereinstimmen. Vor allem bei runden Schleifmitteln ist das genaue Ausrichten der Löcher manchmal etwas umständlich. Praktischer sind sog. Netzschleifmittel bzw. Schleifgitter (z. B. Abranet). Diese haben den Vorteil, dass sie den Schleifstaub durch das Gitter über die gesamte Fläche absaugen. Um Netzschleifmittel nutzen zu können, sollten Sie einen Exzenterschleifer mit Zwischenpad bzw. Interface-Pad verwenden, das als Adapter für die verschiedenen Schlaufen und Haken des Kletts dient. Gleichzeitig schützen diese Pads den Schleifteller des Exzenterschleifers vor Beschädigungen.
Worauf sollten Sie beim Kauf eines Exzenterschleifers achten?
- Schleifhub. Der Schleifteller des Exzenterschleifers schwingt im Kreis, die Größe dieses Kreises wird als Schleifhub oder Schwingkreis bezeichnet. Je größer der Schleifhub, desto mehr Material wird mit einer Schleifbewegung abgetragen. Schleifmaschinen mit 3 mm Schleifhub werden hauptsächlich für feinere Schleifaufgaben (Endschliff bei Holzflächen, Zwischenschliff beim Lackieren etc.) verwendet, während Schleifer mit 5 mm Hub für gröbere Aufgaben eingesetzt werden (Formschliff, Entfernen alter Farbschichten u. ä.).
- Geringe Vibrationen. Manche Schleifarbeiten dauern sehr lange, z. B. das Abtragen alter Farbschichten. Damit Sie auch bei längeren Schleifaufgaben ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen arbeiten können, sind geringe Vibrationen und eine hohe Laufruhe auch bei hohen Drehzahlen nötig. Bei hochwertigen Exzenterschleifern wird dies durch sog. Vibrationsabsorber erreicht, die den Motorblock von Handauflage und Zusatzgriff entkoppeln.
- Eigenabsaugung. Gerade bei kleinen Projekten, für die sich das Einrichten eines Absaugmobile nicht lohnt, oder bei mobilen Arbeiten (z. B. Abschleifen eines Zauns) ist es hilfreich, wenn der Exzenterschleifer den Abtransport des Schleifstaubs selbstständig übernimmt.
- Tellerbremse. Beim Aufsetzen der laufenden Maschine auf das Werkstück vermeidet eine Tellerbremse, dass Riefen auf der Oberfläche entstehen. Solange kein Druck auf den Schleifteller ausgeübt wird, reguliert sie die Drehzahl des Exzenterschleifers automatisch nach unten und erst nach dem Aufsetzen auf das Werkstück fährt die Maschine die Drehzahl wieder hoch.
- Drehzahlregulierung. Um bei unterschiedlichen Materialien (Holz, Kunststoff, Lack) optimale Schleifergebnisse liefern zu können, muss der Exzenterschleifer über eine stufenlose Drehzahlregulierung verfügen. Je schneller die Maschine dreht, desto mehr Schleifbewegungen erzeugt sie und desto mehr Material kann abgetragen werden. Jedoch entsteht durch mehr Bewegung auch mehr Reibungswärme, was zur Verschlechterung des Schleifergebnisses führen kann.