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Wurfäxte
EXPERTENWISSEN WURFÄXTE
Welche Wurfaxt kaufen?
Wurfäxte sind beim Werfen starken Belastungen ausgesetzt. Die Klinge darf sich beim Aufprall aufs Ziel nicht verformen und auch bei Fehlwürfen nicht ausbrechen. Unsere Wurfäxte werden aus hochwertigem Stahl, in der Regel Kohlenstoffstahl, von Hand geschmiedet. Sie besitzen dadurch ein verdichtetes Gefüge und nebenbei eine ansprechende Schmiedeoptik. Die Axtstiele dürfen sich nicht lösen und müssen aus robustem Holz gefertigt sein. Damit der Axtstiel nicht gleich beim ersten Wurf bricht, sollten die Holzfasern im Idealfall parallel über die gesamte Länge verlaufen.
Historische Vorbilder
Im Grunde gibt es drei Ursprünge: mittelalterliche Streitäxte, traditionelle Tomahawks indigener Völker Nordamerikas und doppelschneidige Fälläxte.
Streitäxte. Im Mittelalter waren Äxte und Beile als Waffen Schwertern und Lanzen gleichwertig. Sowohl in der Schlacht als auch bei Turnieren wurden sie von Rittern eingesetzt. Die Wikinger waren geschickte Handwerker und geübte Axtkämpfer. Sie nutzten sowohl langstielige Wikingeräxte als auch kurze Beile wie das sog. »Franziska«. Dieses Beil eignet sich auch als Wurfaxt. Die typische Form der Wikingeraxt ist die historische Bartaxt.
Tomahawks. Den Ursprung dieser Axt genau zu definieren ist nicht einfach. Der Tomahawk war ein vielseitiges Werkzeug, das von zahlreichen Völkern Nordamerikas verwendet wurde. Der Name »Tomahawk« selbst stammt aus einer Algonkin-Sprache, die u. a. von Stämmen wie den Delaware, Abenaki und Passamaquoddy gesprochen wird. Bei uns findet sich diese Form bei einigen Outdoor-Äxten wieder. Typisch für diese Äxte ist der im Vergleich zu anderen Äxten schmale und leichte Axtkopf sowie der lange gerade Stiel, der von oben in das Auge eingesetzt wird. Der Stiel verkeilt sich durch seine konische Form selbst.
Doppelschneidige Fälläxte. Bevor Kettensägen und Harvester bei der Holzernte zum Einsatz kamen, war das Holzfällen harte Arbeit. Ursprünglich hatten die beiden Schneiden von Doppelkopf Fälläxten unterschiedliche Keilwinkel für Hart- und Weichholz. Zudem konnte, wenn eine der Schneiden nicht mehr scharf war, auf die zweite Schneide zurückgegriffen werden. Einige Holzfäller nutzten später die Doppeläxte als Zeitvertreib auch zum Axtwerfen. Als Wurfaxt eingesetzt haben sie einen etwas kürzeren Axtstiel.
Gibt es Regeln fürs Axtwerfen?
Das Axtwerfen erfreut sich in nordischen Ländern (z. B. Skandinavien und Kanada) großer Beliebtheit und wird auch bei uns immer beliebter. International gibt es unterschiedliche Disziplinen und Regeln. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit hier ein paar Stichpunkte, angelehnt an das Regelwerk der »Swedish Axe Throwing Society«:
- Verwendet werden Doppeläxte (doppelschneidige Fällaxt), mit einer Stiellänge von mind. 61 cm und einem Gewicht von mind. 1,134 kg.
- Geworfen wird auf eine Holzscheibe mit einem Durchmesser von mind. 45 cm, die in fünf Ringe à 5 cm unterteilt ist.
- Der Abstand zwischen Wurflinie und Zielscheibe beträgt 6,1 m (20 Fuß), die Mitte der Scheibe hängt auf 1,5 m.
- Nach Punkten gewertet wird der Ring, in dem die Wurfaxt mit der vorderen Schneide stecken bleibt (Mitte 5, äußerer Ring 1 Punkt).
- Steckt die Axt auch mit der hinteren Schneide in der Scheibe, ist der Punkt ungültig (0 Punkte).
- Gewonnen hat, wer nach drei oder mehr Würfen (bei Turnieren üblich sind 6) die höchste Punktzahl erreicht.
International agiert die Global Axe Throwing Commission (GAC) als Dachverband. In Deutschland organisiert zum Beispiel der Verband Deutscher Doppelaxtwerfer (VDDAW) regelmäßig Wettbewerbe im Axtwerfen.