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Handhobel Vergleich

Gibt es einen Hobel, mit dem ich alles machen kann?

Ja, den gibt es. Es kommt nur darauf an, was Sie »alles machen« möchten. Die Berater in unseren DICTUM Shops werden vor allem von Einsteigern in die Holzbearbeitung oft gefragt, ob es einen Universalhobel gibt, mit dem sie alles machen können. Vorweg: wenn es einen universell einsetzbaren Hobel gäbe, wären all die unterschiedlichen Hobelformen überflüssig. Es gibt jedoch Hobeltypen, die vielseitiger sind als andere. Wir stellen Ihnen drei Standardhobel vor, die in ihrem Bereich jeweils ein vielseitiges Spektrum an unterschiedlichen Aufgaben übernehmen können.

Welche Eigenschaften sind bei einem Handhobel wichtig?

Für die Funktionalität eines Hobels sind vor allem folgende Eigenschaften ausschlaggebend:

  •  Schnittwinkel
  •  Länge der Hobelsohle
  •  Breite des Hobeleisens
  •  Bauform

Der Schnittwinkel bestimmt, wie das Hobelmesser bzw. die Klinge in die Holzfasern abschneidet. Für allgemeine Aufgaben sind 45° gebräuchlich. Bei etwas anspruchsvollere Tätigkeiten, zum Beispiel beim Hobeln von Werkstücken mit wechselndem Faserverlauf, wird der Winkel steiler (z. B. Putzhobel mit 50° bis 60°). Für die Bearbeitung kurzer Fasern, z. B. beim Bestoßen von Stirnholz, ist ein flacherer Winkel von ca. 35° besser geeignet. 

Die Länge der Hobelsohle entscheidet darüber, auf welcher Fläche der Hobel plan aufliegt. Lange Hobel, wie z.B. eine sog. Raubank werden benutzt, um ein größeres Werkstück plan auszuhobeln. Kürzere Handhobel können leichten Unebenheiten besser folgen und dienen dazu, kleine Ausbrüche in der Oberfläche zu entfernen bzw. zu putzen (z.B. Schlicht- oder Putzhobel mit 250 mm Gesamtlänge). Indirekt bestimmt die Länge der Sohle auch das Gewicht des Hobels, da der Hobelkasten über eine entsprechende Gesamtgröße verfügt.

Die Breite des Hobeleisens ist für die Quantität bzw. Effizienz bei Hobeln entscheidet. Mit einem breiteren Hobeleisen können Sie mehr Material in einem Hobelstoß abnehmen, als mit einem schmalen. Jedoch wird auch der Widerstand und damit der Kraftaufwand größer.

Bei Handhobeln wir allgemein zwischen zwei Bauformen unterschieden. Die Bauform »Fase unten« ist bei traditionellen Holzhobel üblich. Das Eisen liegt im Hobelkasten bzw. auf dem Eisenträger mit der Fase nach unten. Der Schnittwinkel wird nur durch den Winkel des Eisenträgers bestimmt. Bei Hobeln mit Bauform »Fase oben« liegt das Hobeleisen mit der Schneidenfase nach oben auf dem Eisenträger. Ihr Schnittwinkel setzt sich aus dem Fasenwinkel und dem Winkel des Eisenträgers zusammen. Diese Bauform ist bei Metallhobel, insbesondere sog. Flachwinkelhobeln, üblich und bietet mehr Flexibilität, da der Schnittwinkel durch Verwendung mehrerer Hobeleisen mit unterschiedlichen Fasenwinkeln schnell angepasst werden kann. Mehr zum Thema Schnitt- und Fasenwinkel bei den unterschiedlichen Hobeltypen in unserem Video (externer Link).

Gibt es einen Standardhobel, den jeder Tischler/Schreiner benutzt?

Wenn es einen Hobel gibt, der in keiner Werkstatt fehlen darf, dann ist es ein Schlichthobel Nr. 4. Er ist wohl bei den meisten Schreinern und Tischlern an der Hobelbank oder im Werkzeugkasten zu finden.

 

Abb.: Schlichthobel Nr. 4 - ein Muss in der Werkstatt

Was zeichnet den Hobel Nr. 4 aus?

Dieser Hobel ist mit einer Gesamtlänge von rund 25 cm lang genug, um Flächen zu glätten und auch längere Kanten präzise zu hobeln. Gleichzeitig ist ein Hobel Nr. 4 noch handlich genug, um beispielsweise Zinkenverbindungen nach dem Verleimen zu putzen und eine Möbelkante gleichmäßig anzufasen. Mit einem Schnitt- bzw. Bettungswinkel von 45° liefert ein Nr. 4 auch bei schwierigem Faserverlauf saubere Hobelergebnisse, dafür ist er mit einer sog. Klappe bzw. einem Spanbrecher ausgestattet.

Gibt es einen kleinen Universalhobel für Einsteiger?

Für präzise Arbeiten, kleine Anpassungen bei der Montage, zum Putzen von Holzverbindungen ist ein sog. Blockhobel wie der DICTUM Einhandhobel, Flachwinkel 12° bestens geeignet. Er ist kompakt und auch Heimwerker und Anfänger, die noch wenig Erfahrungen in der Handhabung von Handhobeln haben, können mit ihm sicher umgehen.

 

Abb.: Flachwinkelhobel für feine Hobelaufgaben

 

Wofür kann ich einen Einhandhobel benutzen?

Dieser kompakte Hobeltyp ist ideal für die feine Holzbearbeitung. Dank seiner geringen Größe lässt er sich mit nur einer Hand leicht führen. Bei diesem Flachwinkelhobel liegt das Hobeleisen mit 12° Neigung flach im Hobelkasten. Zusammen mit dem Fasenwinkel des Hobeleisens von 25° ergibt sich daraus ein Schnittwinkel von 37°. Ein solch flacher Winkel ist ideal für die Hirnholzbearbeitung, beispielsweise beim Putzen von Verbindungen oder zum Anfasen von Tisch- und Stuhlbeinen. Durch ein zweites Hobeleisen mit einem Fasenwinkel von 30° bis 35° kann dieser Einhandhobel sehr einfach auf einen Winkel von ca. 45° umgerüstet werden. So ausgestattet eignet er sich hervorragend für kleinere Hobelarbeiten in Faserrichtung, wie zum Beispiel beim Anfasen von Kanten und Putzen kleiner Flächen. Sein Hobelmaul lässt sich für dünne Späne ebenfalls präzise einstellen. Seine Klinge ist nur 32 mm breit, sodass er bei der Bearbeitung einer Fläche wenig Kraft erfordert.

Welcher Hobel ist für Vollholz vielseitig nutzbar?

Wer viel mit Vollholz arbeitet und sich sein Holz selbst zurichtet, kommt um einen Hobel Nr. 62 nicht herum. Auch bei ihm handelt es sich um einen vielseitig einsetzbaren Flachwinkelhobel, der sich schnell auf unterschiedliche Aufgaben anpassen lässt.

Wofür wird ein langer Flachwinkel-Schlichthobel Nr. 62 benutzt?

Aufgrund der Länge seiner Sohle, seiner Bauform und seines Zubehörs ist der Nr. 62 der universellste Hobeltyp, der auch schon zu Stanleys Zeiten sehr beliebt war. Neben dem Schlichten eignet er sich durch die lange Bauform auch zum Abrichten einer Oberfläche. Mit einem speziellen Zahneisen ausgestattet, ist der 62er ein perfekter Schrupphobel zum Abrichten. Auf die Seite des Hobelkastens gedreht und mit einem sogenannten »Hot Dog« versehen, ist er ein idealer Bestoßhobel für Rahmenecken und genaues Anpassen.

 

Abb.: Hobel Nr. 62 - bestens geeignet auch für schwierige Materialien

Auch beim Flachwinkelhobel Nr. 62 lässt sich der Schnittwinkel durch zusätzliche Eisen mit verschiedenen Fasenwinkeln für unterschiedliche Holzarten und Faserverläufe optimieren. Sein Hobelmaul lässt sich ebenfalls in der Weite einstellen und dem Material bzw. der Spandicke anpassen. In unserem Video können Sie mehr über diese »eierlegende Wollmilchsau« in Hobelform erfahren.

Die 3 Typen im direkten Handhobel Vergleich

  Schlichthobel Nr. 4  Flachwinkel 12°  Schlichthobel Nr. 62
Eisenbreite 50 mm 35 mm 50 mm
Schnittwinkel  45° 37° (45°) 37° (45°)
Gesamtlänge 250 mm 160 mm 355 mm
Gewicht 2,3 kg 0,84 kg 2,7 kg
alle Werte Ca.-Angaben

Zusammenfassung 

Jeder der drei vorgestellten Handhobel im Vergleich, Hobel Nr. 4, Einhand-Flachwinkelhobel mit 12° und Hobel Nr. 62, deckt in seinem Bereich jeweils ein breites Aufgabenspektrum ab. In der Kombination miteinander decken die drei Hobeltypen nahezu alle regelmäßig anfallenden Hobelarbeiten in der Werkstatt ab. Dennoch haben auch Spezialhobel eine Daseinsberechtigung. Die Arbeiten, für die sie optimiert sind, erledigen sie in der Regel schneller, genauer und damit effizienter. Besondere Bauformen, wie Grundhobel, Simshobel oder Schweifhobel übernehmen Aufgaben, die mit anderen Hobeln nur eingeschränkt oder überhaupt nicht erfüllt werden können.

 

Bei DICTUM finden Sie alle Arten von Handhobel, Standardhobel und Spezialisten. Informieren Sie sich in unserem Onlineshop. Das präzise Arbeiten mit Handwerkzeugen können Sie in unserer Kurswerkstatt unter professioneller Anleitung erlernen. Auch für das Schärfen von Hobeleisen und Stemmeisen finden Sie dort passende Workshops.

Häufig gestellte Fragen zum Thema »Handhobel Vergleich«

Wer oder was war »Stanley«?

 

Stanley Tools war einer der ersten großen Hersteller von Metallhobeln und entwickelte ein System zur Nummerierung von Hobeln unterschiedlicher Größe, das auch von anderen Herstellern übernommen wurde. Der kleinste Hobel des ursprünglichen Stanley Systems hat die Nummer 1, der größte die Nummer 8, später folgten weitere Nummer für Zwischengrößen und Bauformen.

Ist es anstrengende mit einem schweren Hobel zu arbeiten? 

 

Auch hier gilt: Der Hobel muss zur Aufgabe passen. Kleine Anpassungen und feine Arbeiten, wie das Anfasen einer Längskante, fallen mit einem kleinen Einhandhobel leichter. Ein schwerer Handhobel liegt hingegen durch sein Eigengewicht besser auf dem Werkstück auf und hat aufgrund der »Massenträgheit« genug Schwung, um auch über härtere Stellen, zum Beispiel Äste, hinwegzugleiten. Viele Holzhandwerker bevorzugen zum effizienten Arbeiten deshalb größere und schwerer Hobel, z.B. einen breiteren 4 1/2er mit 60 mm Eisen statt des schmäleren Nr. 4.

Ist ein Elektrohobel vielseitiger als ein Handhobel? 

 

Ganz im Gegenteil. Ein Elektrohobel eignet sich nur für den schnellen und vergleichsweise groben Materialabtrag. Er ist bestens geeignet, um Anpassungen bei der Montage vorzunehmen, eignet sich jedoch kaum für die präzise Holzbearbeitung oder das Veredeln und Putzen von Oberflächen.

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