Stichsägen (Pendelhubstichsägen)
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Stichsägen (Pendelhubstichsägen)
- Stichsägen für die Holzbearbeitung
- Automatische Drehzahlregulierung
- Gute Sicht auf das Sägeblatt
- Welche Materialien lassen sich mit einer Stichsäge bearbeiten?
- Einordnung nach Materialien:
- Einordnung nach Anwendung:
- Sägeblattlänge und Zahnteilung
- Sind Sägeblätter der unterschiedlichen Hersteller kompatibel?
- Sägeblattmaterial: Die passende Wahl für hohe Standzeit
- Stichsäge oder Pendelhub-Stichsäge?
- Vorteile des Pendelhubs
- Nachteile des Pendelhubs und wann darauf verzichtet werden sollte
- Stichsäge: Kabelgebunden oder mit Akku und Ladegerät?
Expertenwissen – Stichsägen
Stichsägen für die Holzbearbeitung
Mit einem schlanken Sägeblatt lassen sich sowohl gerade Schnitte als auch geschwungene Formen problemlos realisieren. Da das Sägeblatt nur einseitig gespannt wird, ermöglicht es sogar Tauchschnitte durch das Material, ohne vorheriges Vorbohren. Je nach Modell und Sägeblatt können Materialien bis 90 mm Stärke bearbeitet werden (bei weichen Materialien wie Dämmstoffen sogar 200 mm). Die Laufsohle ist wahlweise fest montiert oder schwenkbar mit einem variablen Neigungswinkel von bis zu 45°. Für präzise gerade Schnitte ist eine Stichsäge nur bedingt geeignet, jedoch bieten einige Hersteller Adapter für Führungsschienen an, um entlang einer geraden langen Schiene zu sägen. Stichsägen lassen sich in zwei Griff- bzw. Bauformen einteilen. Der Bügelgriff und der Knaufgriff (oft auch als Pistolengriff bezeichnet). Den Bügelgriff findet man oft bei der Heimwerkerware und in den Baumärkten. Da es sich hier eher um das klassische, alt bekannte Modell handelt, dass durch den dünneren Griff auch von Ungeübten sicher in der Hand gehalten wird. Aber nicht nur Marken wie Metabo, Makita oder Einhell bieten die Bügelgriff-Variante an. Auch Profimarken wie Festool fertigen mit der PSB/PSC eine Bügelgriff-Stichsäge, neben der Variante mit Knaufgriff. Bei den allermeisten Profis hat sich allerdings längst die Knaufgriff-Variante durchgesetzt. Der Vorteil bei der Knaufgriff-Stichsäge ist vor allem der geringe Abstand der Hand zum Sägeblatt bzw. Maschinenschwerpunkt. Dadurch lässt sich die Stichsäge leichter und sanfter manövrieren. Doch selbst bei neueren Maschinen mit z. B. Akku-Stichsäge mit 18v Akku, gibt es immer noch eine Bügelvariante.
Bei Ausschnitten bei z. B. beschichteten Arbeitsplatten, wo die Stichsäge oft überkopf auf der Unterseite der Platte aufgesetzt wird, um Ausrisse an der Plattenoberfläche zu vermeiden, hat sich die geringe Höhe der Knaufgriff-Variante und die Möglichkeit, die Maschine zu schieben oder zu ziehen, als sehr hilfreich bewiesen.
Automatische Drehzahlregulierung
Einige hochwertige Stichsägen bieten neben festen Drehzahlstufen eine automatische Regelungsfunktion, die beim Ansetzen an das Material aktiv wird. Ist diese Funktion eingeschaltet, startet die Säge mit einer niedrigen Drehzahl, die automatisch gesteigert wird, sobald Sensoren den Materialwiderstand erfassen. Dadurch lassen sich präzise Schnitte entlang von Anrissen setzen, bevor die Stichsäge dann in den höheren Drehzahlbereich übergeht, um die Schnittgeschwindigkeit und Effizienz zu steigern.
Gute Sicht auf das Sägeblatt
Eine integrierte Beleuchtung für die Schnittstelle ist bei den hochwertigen Stichsägen bereits Standard. Dadurch werden Anrisse, an denen man die Stichsäge oft Freihand führen muss, besser sichtbar. Das steigert nicht nur die Qualität, sondern erspart ein oftmals zeitaufwendiges Nacharbeiten. Manche Hersteller wie Festool verbauen ein Stroboskoplicht in ihre Stichsäge, das in derselben Frequenz wie die Auf-/Ab-Bewegung des Sägeblatts flackert. Das Sägeblatt erscheint so für das menschliche Auge stillzustehen. Dieser optische Trick und die Wahrnehmung eines stehenden Sägeblatts, erleichtert nicht nur das Ansetzen des Sägeblatts. Es vereinfacht auch das exakte freihändige Führen der Maschine entlang von Anrissen und beugt Ermüdungserscheinungen vor.
Welche Materialien lassen sich mit einer Stichsäge bearbeiten?
Die zu bearbeitenden Materialien bestimmen vielmehr die Auswahl der Sägeblätter, nicht die Maschine. Für bestimmte Materialen muss jedoch der Pendelhub abgeschaltet sowie die Hubzahl reduziert werden können. Kunststoffe wie Acryl würden bei einer zu hohen Hubzahl durch die Reibungswärme schmelzen und die Späne den Sägeschnitt verkleben. Es gibt neben den Universalsägeblättern auch Sägeblätter für bestimmte Materialien und Anwendungen.
Einordnung nach Materialien:
Sägeblätter sind für bestimmte Materialien optimiert: Ein Blatt für Metall eignet sich nicht für Holz – und umgekehrt. Daher ist es ratsam, für jede Anwendung das passende Sägeblatt zu wählen, auch wenn das Wechseln auf den ersten Blick mühsam erscheint. Langfristig sorgt dies für optimale Schnittergebnisse und ist wirtschaftlich sinnvoll. Viele Hersteller verwenden Farbcodierungen, die das Zuordnen erleichtern.
Folgende Materialien können mit speziellen Sägeblättern bearbeitet werden:
- Massivholz, Plattenwerkstoffe roh
- Plattenwerkstoffe beschichtet/furniert
- Laminat
- Gipsfaserplatten
- Faserzement (Eternit, etc.)
- Kunststoffe Vollmaterial oder faserverstärkt (GFK), Acryl/Plexiglas
- Melaminharzplatten (Trespa, Resopal)
- Metall (Aluminium, Alu-Verbundplatten, NE-Metalle, Stahl)
- Dämmstoffe aus Fasermaterial, Schaumstoff, Polystyrol, Filz und Pappe
Einordnung nach Anwendung:
- Kurvenschnitte (schmales Sägeblatt, häufig auch mit geschränkten Zähnen)
- Gerade Schnitte (breites Sägeblatt für zusätzliche Führung und Winkeltreue)
- Tauchschnitte (eine speziell geformte Blattspitze ermöglicht das Eintauchen des Sägeblatts in die Werkstückoberfläche ohne vorheriges Vorbohren)
- Reverse Zahnung (Zahnspitzen zeigen nach unten)
Sägeblattlänge und Zahnteilung
Die Länge des Sägeblatts sollte etwas 2 cm länger sein als die Materialdicke. Neben der Länge ist die Zahnteilung relevant, die den Abstand zwischen den Zahnspitzen beschreibt und sich auf Schnittqualität und Arbeitstempo auswirkt. Ein große Zahnteilung, also größerer Zahnabstand, ermöglicht einen schnellen Arbeitsfortschritt. Eine kleine Zahnteilung, also feine und in kürzeren Abständen positionierte Zähne, liefern einen präzisen, glatten Schnitt, jedoch bei geringerem Materialabtrag und Tempo.
Neben der Sägeblattlänge und Zahnteilung ist auch die Zahngeometrie maßgeblich für Schnittqualität und Arbeitstempo bei Schnitten mit der Stichsäge.
Um einen Freischnitt zu erzeugen – also eine breitere Schnittfuge als das Stammblatt selbst – und damit ein Festklemmen des Sägeblattes vor allem bei Kurvenschnitten zu vermeiden, müssen die Zähne geschränkt, gewellt oder freigeschliffen sein.
Geschränkte Zähne, die seitlich hervortreten, ermöglichen einen schnellen, groben Schnitt und eignen sich für Hartholz, Weichholz, Aluminium und Kunststoffe. Gewellte Zähne, wie sie etwa bei Schnitten in NE-Metallen oder Edelstahl genutzt werden, bieten hingegen ein feineres Ergebnis. Für präzise, saubere Arbeiten in Holz und Kunststoff ist ein freiwinkelgeschliffenes Sägeblatt ideal, da es durch sein konisches Stammblatt weniger Reibungswärme erzeugt und exakte Schnittergebnisse liefert.
Sind Sägeblätter der unterschiedlichen Hersteller kompatibel?
Es werden zwei Haupttypen von Sägeblattaufnahmen bei Stichsägen angeboten, mit T-Schaft oder U-Schaft.
Der T-Schaft (auch als SDS bezeichnet) hat sich bei den meisten Herstellern durchgesetzt. Festool- oder Mafell-Sägeblätter werden nur als T-Schaft-Variante angeboten. Weitere Hersteller bieten beide Schaftvarianten an. U-Schaft-Sägeblätter werden z. B. auch von Bosch hergestellt. Es gibt jedoch noch Sonderformen, die bei einigen Makita Stichsägen zum Einsatz kommen.
Sägeblattmaterial: Die passende Wahl für hohe Standzeit
Das Material der Zähne sollte härter sein als das zu bearbeitende Werkstück, um Verschleiß vorzubeugen. Häufig verwenden Hersteller Kombinationen wie Bimetall oder Hartmetall, da diese Materialien langlebig und robust sind.
- HCS: Hochwertiger Kohlenstoff-Werkzeugstahl für weichere Materialien wie Holz und Kunststoffe.
- BiM: Bimetall, hitzebeständig und verschleißfest, ideal für Hartholz, Kunststoffe und Metalle.
- HM: Hartmetall für abrasive Materialien wie glasfaserverstärkte Kunststoffe und Zementfaserplatten.
Stichsäge oder Pendelhub-Stichsäge?
Stichsäge oder Pendelhub-Stichsäge?
Eine Stichsäge bewegt das Sägeblatt linear auf und ab. Eine Pendelhub-Stichsäge bewegt das Sägeblatt bei der Aufwärtsbewegung zusätzlich nach vorne, sodass es mit mehr Druck in das Werkstück eintaucht. Dies führt zu einem höheren Materialabtrag und ermöglicht schnellere Schnitte als mit einer herkömmlichen Stichsäge.
Bei Pendelhub-Stichsägen lässt sich die Intensität des Hubs meist an einem Einstellrad steuern bzw. ganz ausschalten. Vor allem bei großen Materialdicken, wenn bei rein linearer Bewegung alle Zähne gleichzeitig am Material anstehen und somit mehr Kraftaufwand benötigt wird, ist der pendelnde Hub ein großer Vorteil. Die meisten Stichsägen-Modelle bieten eine Regulierung der Pendelbewegung, sodass der Nutzer die Stärke an das Material und die Materialstärke anpassen kann.
Beachten Sie, dass ein höherer Pendelhub für schnelles Arbeiten und einen guten Abtransport von Spänen sorgt, allerdings oft auf Kosten der Schnittqualität. Für ausrissfreie Schnitte sollte der Pendelhub ausgeschaltet werden, wie z. B. für präzise Anpassarbeiten und Kurvenschnitte.
Vorteile des Pendelhubs
Durch die zusätzliche Vor- und Rückwärts-Bewegung wird das Sägeblatt aggressiver durch das Material geführt, was den Arbeitsprozess beschleunigt. Der Vorteil der Auf-/Ab- und Vor-/Rück-Bewegung liegt darin, dass das Sägeblatt weniger durchgehenden Kontakt zum Material hat, was Reibung und Hitzeentwicklung reduziert und die Lebensdauer des Blatts verlängert. Außerdem unterstützt der pendelnde Hub den effizienten Abtransport von Sägespänen und sorgt dafür, dass das Blatt freier im Material arbeiten kann. Insbesondere für schnelle, gerade Schnitte durch dickes Holz ist der pendelnde Hub eine hervorragende Wahl, da er Material zügiger abträgt.
Nachteile des Pendelhubs und wann darauf verzichtet werden sollte
Die Vorwärtsbewegung des Sägeblattes ist aggressiv und unterstützt den schnellen Materialabtrag in der Schnittfuge. Diese Funktion ist jedoch weniger fein als bei reiner Auf- und Abwärtsbewegung und kann daher bei empfindlicheren Werkstoffen zu unsauberen Schnitträndern führen. Besonders Weichholz oder beschichtete Materialien können durch die verstärkte Bewegung ausreißen. Ein Spanreißschutz, der die Fasern vor dem nach oben Drücken bewahrt, kann in diesen Fällen helfen.
Der Pendelhub arbeitet ideal mit Sägeblättern, deren Zähne nach oben ausgerichtet sind. Invertierte Sägeblätter hingegen – deren Zähne nach unten zeigen – erhalten durch die Vorwärtsbewegung im Pendelhub nicht den richtigen Druckpunkt. Auch bei Metall und anderen Präzisionsmaterialien kann der Pendelhub eher hinderlich sein, da hier meist glatte, kontrollierte Kanten gefragt sind.
In Situationen, die höchste Genauigkeit oder eine makellose Oberfläche verlangen, sollte der Pendelhub deaktiviert werden. Insgesamt bietet die Pendelhub-Funktion eine flexible Option, die die Leistungsfähigkeit der Stichsäge steigert, wobei jedoch stets die Materialanforderungen berücksichtigt werden sollten.
Stichsäge: Kabelgebunden oder mit Akku und Ladegerät?
Stichsägen unterscheiden sich in der Antriebsart zwischen kabelgebundenen und akkubetriebenen Varianten. Für eine konstante Stromversorgung und durchgehend hohe Leistung ist eine kabelgebundene Stichsäge optimal geeignet – besonders für anspruchsvolle oder längere Arbeiten. Ein kabelgebundenes Modell bietet dauerhaft gleichbleibende Leistung und ist daher ideal für Projekte, die eine hohe Präzision und Belastbarkeit erfordern.
Wer hingegen Mobilität und Flexibilität schätzt, greift zu einer Akku-Stichsäge. Die moderne Akku-Stichsäge ist mit leistungsstarken und langlebigen Lithium-Ionen-Akkus ausgestattet, die sich durch eine lange Laufzeit und schnelle Ladezeiten auszeichnen. Dank einer Säge mit Akku bleiben Sie unabhängig von einer Steckdose und können Ihre Projekte problemlos überall umsetzen. Akku-Stichsägen gewinnen immer mehr an Beliebtheit, seit die 18v Akkupacks und Ladegeräte mit Schnelladefunktion zum Standard geworden sind und damit genügend Leistung zur Verfügung steht.