Holzschneidebrett: die besten Tipps und Tricks zur Pflege
 

Schöne, große Schneidebretter aus Holz sind die ideale Schneidunterlage, da sie die Klingen Ihrer Küchenmesser schonen. Viele Hölzer haben antibakterielle Inhaltsstoffe, was sie zu hilfreichen Begleitern in der Küche macht. Kunststoff und Holz werden von Köchen gleichermaßen als Schneidunterlage genutzt. Wer das Schneidebrett in die Spülmaschine geben will, greift zu Kunststoff. Wer nach einem natürlichen, dekorativen Material sucht, greift zu Holz. Doch mit der Zeit hinterlässt das Zerteilen von Lebensmitteln seine Spuren auf der Holzoberfläche. Wir verraten Ihnen, wie Sie Ihr Holzschneidebrett und auch Ihre Küchenarbeitsplatten richtig schützen, pflegen und wieder aufbereiten.

Wie werden neue Schneidebretter vorbereitet?

Neue Schneidebretter aus Holz können Sie recht einfach auf den Einsatz in der Küche vorbereiten. Bei selbst gebauten Schneidebrettern sollten Sie die Oberfläche zum Abschluss sorgsam schleifen (mindestens bis Korn 360) oder besser von Hand hobeln. Das Hobeln hinterlässt eine »geschlossene« Oberfläche und keine losen Fasern, wie sie beim Schleifen entstehen. Danach können Sie ein geeignetes Öl auftragen – dazu gleich mehr!

Wie lassen sich benutze Schneidebretter aufbereiten?

Bei bereits länger benutzten Schneidunterlagen ist das Auffrischen etwas aufwendiger. Zuerst reinigen Sie das Schneidebrett mit heißem Wasser und wenn nötig mit etwas Spülmittel. Aber Vorsicht, Seife kann das Aushärten des späteren Ölauftrags hemmen! Gut abtrocknen und ein paar Stunden durchtrocknen lassen.

Wenn Speiseöle und Fett im Laufe der Zeit ins Holz eingezogen sind, kann das Abschleifen recht mühselig sein, da das Schleifpapier dann schnell verstopft. In dieser Situation ist das Abziehen der Oberfläche mit einer gut geschärften Ziehklinge wesentlich effektiver. Damit lassen sich raue Stellen schnell beseitigen und Sie können einzelne Stellen gezielt bearbeiten. Anschließend wird das Schneidebrett entstaubt und neu geölt.

Ziehklinge auf Schneidbrett

Mit einer Ziehklinge lassen sich unschöne Stellen leicht beseitigen

Müssen Schneidebretter geölt werden?

Schneidebretter müssen nicht zwangsweise geölt werden. Manche Holzarten haben einen hohen Ölgehalt und damit einen natürlichen Schutz gegen Feuchtigkeit (z. B. Olivenholz, Akazienholz). Es tut aber jedem Holz auf Dauer gut, wenn es etwas Pflege und dauerhaften Feuchtigkeitsschutz bekommt. Das Öl dringt in die offene Struktur des Holzes ein und bietet einen natürlichen Schutz gegen Fette oder Pflanzensäfte. Das Anhaften von Speiseresten wird vermieden oder zumindest verzögert. Dadurch lassen sich geölte Schneidebretter leichter reinigen als unbehandelte.

Anders als oft behauptet, verschließt Öl die Poren des Holzes nicht. Vielmehr bleibt die Offenporigkeit des Holzes erhalten. Würde das Holz versiegelt, können sich schneller Risse bilden. Zudem sind die hygroskopischen Eigenschaften des Holzes wichtig für die Hygiene. Holz besitzt die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben zu können. Bakterien mögen es aber nicht, wenn sich die Umweltbedingungen ständig verändern. Außerdem besitzen viele Hölzer antibakterielle Inhaltsstoffe wie zum Beispiel die Gerbsäure in Eiche.

 

Welche Öle sind für Schneidebretter geeignet?

Hier scheiden sich die Geister. Oft ist zu lesen, dass einfache Speiseöle wie Sonnenblumenöl oder Olivenöl verwendet werden können. Davon ist aus zwei Gründen abzuraten:

1. Die meisten Speiseöle bieten keinen dauerhaften Schutz, da sie nicht aushärten. Sie bleiben dauerhaft flüssig und werden beim Reinigen einfach mit abgewaschen. Wenn Sie einfaches Speiseöl für Ihr Schneidebrett verwenden, müssen Sie es ständig wieder neu ölen.

2. Viele Speiseöle werden ranzig. Das oft genannte Olivenöl neigt besonders gerne dazu. Der Geruch und vor allem der Geschmack beeinträchtigt den Genuss.

Für Schneidebretter können Sie alle lebensmittelechten selbsthärtenden Pflanzenöle ohne chemische Zusätze (insb. Sikkative) verwenden. Ein geeignetes Öl, das auch zum Kochen verwendet wird, ist zum Beispiel Leinöl. Leinöl ist ein sog. »härtendes Öl« und bietet somit einen dauerhaften Schutz. Allerdings härtet reines Leinöl vergleichsweise langsam aus. Folgende pflanzliche Öle sind für Schneidebretter und Küchenarbeitsplatten gut geeignet:

Linolja® Ökologisches schwedisches Leinöl, kalt gebleicht

Es wird aus Leinsamen kalt gepresst und ist Ausgangsstoff für den ökologischen Holzschutz. Durch Voroxidierung trocknet dieses helle und dünnflüssige Öl deutlich schneller als rohes Leinöl. Bei der Vorbehandlung wird es zudem leicht gebleicht. Linolja kann in reiner Form direkt verwendet werden.

König Holz & Harz Spezialfirnis

Dieser aus Lein- und Tungöl hergestellte Spezialfirnis enthält keine Zusatzstoffe und wird in einem aufwendigen Verfahren aus rein natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen aufbereitet.

Schneidebrett ölen

Öle bei Schneidebrettern stets in mehreren Schichten dünn auftragen

 

Durch schonendes Erhitzen des Ölgemisches findet eine Voroxidation statt, weshalb der Spezialfirnis im Gegensatz zu rohem Lein- und Tungöl schon nach 24 Stunden aufpoliert werden kann. Ideal geeignet, wenn Sie eine tiefmatte, widerstandsfähige, UV-stabile und wasserabweisende Oberfläche erzielen wollen. Der Spezialfirnis ist geeignet für Schalen, Teller, Schreibgeräte, Möbel oder im Außenbereich für Bänke, Tische und Fassaden aus Holz, deren Oberflächen witterungsbeständig sein müssen.

Hinweis: Reines Tungöl (z. B. Lignea) hat einen markanten Geruch, der sich nach Abtrocknung verliert. Für Schneidebretter ist es wegen der Geruchsbildung in reiner Form nicht zu empfehlen, es kann aber als Bestandteil von Ölmischungen zu einer härteren Oberfläche beitragen.

 

Walnussöl raffiniert

Walnussöl ist das einzige aushärtende Nussöl! Das zu 100 % aus kalifornischen Walnüssen kalt gepresste und lebensmittelechte Öl ist deshalb das einzige Nussöl, das als Oberflächenschutz geeignet ist. Sowohl hinsichtlich seines chemischen Aufbaus als auch in seinen Eigenschaften steht Walnusskernöl zwischen Lein- und Mohnöl. Im Vergleich zu Mohnöl besitzt es eine deutlich kürzere Trocknungszeit und neigt nicht zum Vergilben. Walnussöl ist ideal für kunsthandwerkliche Objekte, Drechselteile, Spielzeug, Küchenmöbel und Küchenutensilien geeignet. Wegen seiner Griffigkeit ist Walnussöl auch für Messer- und Werkzeughefte zu empfehlen.

Mohnöl

Dieses lebensmittelechte Öl wird aus den Samen des weißblumigen Mohns (Papaver somniferum) gewonnen. Aufgrund der hohen Transparenz bildet Mohnöl den Grundstoff für Geigenlacke und andere klare Holzschutzaufträge. Mohnöl bietet einen guten Schutz vor Feuchtigkeit und Verschmutzung, vergilbt nicht und festigt durch sein tiefes Eindringen die Holzoberfläche. Mohnöl trocknet allerdings noch langsamer als rohes Leinöl. Bei mehrfachem Auftrag ergibt sich ein warmer, seidiger Glanz und eine angenehme Griffigkeit der Oberfläche. Mohnöl ist ideal für kunsthandwerkliche Objekte, Drechselteile, Spielzeug, Küchenmöbel und Küchenutensilien.

Was ist beim Ölen von Schneidebrettern zu beachten?

Wenn Sie Ihr Schneidebrett aus Holz ölen möchten, und sich für ein geeignetes Öl entschieden haben, beachten Sie bitte folgende Punkte:

  • Das Schneidebrett muss sauber und trocken sein.
  • Öle immer sehr dünn auftragen, am besten mit Lappen oder Schwamm.
  • Das Öl max. 15 Minuten einziehen lassen und dann alle Überstände (Ölpfützen) abwischen.
  • Mehrere dünne Aufträge ergeben einen besseren Schutz als ein dicker.
  • Das Schneidebrett an einem hellen Ort trocknen lassen. Die meisten Öle benötigen zum Aushärten UV-Licht.

Tipps zur Pflege von Holzschneidebrettern

  • Direkt nach dem Gebrauch reinigen, um Verkrustungen zu vermeiden.
  • Zum Reinigen nur heißes Wasser und normales Spülmittel verwenden.
  • Oberfläche abwischen oder abbürsten, auf keinen Fall das Schneidebrett ins Wasser legen.
  • Stets beide Seiten des Schneidebretts feucht abwischen, damit es sich nicht verzieht.
  • Schneidebretter niemals in die Spülmaschine!
  • Nach dem Reinigen gut abtrocknen und aufrechtstehend trocknen lassen.

Oberflächenbehandlung von Küchenarbeitsplatten

Die zuvor genannten Öle können Sie auch für Ihre Küchenarbeitsplatte aus Holz nutzen. Da auf der Arbeitsfläche jedoch selten direkt geschnitten und zubereitet wird, steht der Schutz vor Feuchtigkeit und das Oberflächen-Finish (matt, seidenmatt oder glänzend) bei Küchenarbeitsplatten im Vordergrund. Neben den oben genannten Ölen können Sie weitere Oberflächenmittel nutzen, die einen besseren bzw. langanhaltenderen Schutz gegen Feuchtigkeit bieten und mit denen Sie das gewünschte Aussehen bestimmen können.

Geeigneter Oberflächenschutz für Küchenarbeitsplatten

Für Arbeitsplatten aus Holz können Sie auch Ölmischungen verwenden, die etwas strapazierfähiger sind als reine Öle. Durch weitere Inhaltsstoffe, vor allem natürliche Wachse, lässt sich der Glanz und die Härte der Oberfläche bestimmen. Hier ein paar Beispiele für geeignete Oberflächenmittel:

König Holz & Harz Holzcreme Plus

Mit der Holzcreme Plus lassen sich lebensmittelechte, wasserabweisende Oberflächen auf Arbeitsflächen und anderen Gegenständen, die im Haushalt mit Flüssigkeiten in Berührung kommen, erzielen. Die Holzcreme Plus verleiht der Holzoberfläche einen seidenmatten, natürlichen Glanz und besteht aus natürlichen Ölen, Wachsen und Harzen. Das Öl dringt tief in die Holzporen ein und verfestigt diese beim Aushärten, während Bienenwachs und Baumharz eine stabile, elastische, schmutz- und wasserabweisende Schicht auf der Holzoberfläche bilden.

ASUSO® NL Hartöl-Wachs, wasserabweisend, seidenmatt

Diese Mischung ist eine Kombination aus den guten Eigenschaften von pflanzlichem Hartöl mit den Qualitäten natürlicher Wachse. Das Hartöl-Wachs ist zum Schutz beanspruchter Flächen aus Holz im Innenbereich bestens geeignet. Die feine Wachsschicht macht die Oberfläche besonders pflegeleicht.

ASUSO® NL Spezialöl

Diese atmungsaktive Imprägnierung auf Basis von Leinöl, Sonnenblumenöl, Safloröl, Sojaöl und Carnaubawachs, dringt hervorragend in die Poren ein und ermöglicht eine elastisch-harte, strapazierfähige und natürliche Oberflächenbehandlung von unbehandelten und gelaugten Hölzern im Innenbereich. Sie bietet hohe Widerstandsfähigkeit gegen Schmutz, Wasser und Verschleiß.