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Schabhobel

Um geschweifte Werkstücke zu glätten, feine Übergänge zwischen geraden und gerundeten Kanten zu schaffen oder geschwungene Kanten mit einer Fase zu versehen, ist der Schweifhobel wohl kaum mit anderen Werkzeugen zu übertreffen. Schabhobel, Ziehhobel oder Schinder gibt es in unterschiedlichen Ausformungen. In diesem Beitrag schauen wir uns die meistgenutzten Modelle aus Metall mit gerader und gerundeter Hobelsohle etwas genauer an.

Was für ein Werkzeug ist ein Schweifhobel?

Wie ihr Name deutlich macht, sind diese Hobel für das Bearbeiten von geschweiften Werkstücken bestens geeignet. Auch die englische Bezeichnung »Spokeshave« lässt eher Rückschlüsse auf die Anwendung zu, den diese Hobel wurden und werden zum Ausformen von Holzspeichen im Wagenbau genutzt. Die Bezeichnung »Schabhobel« ist irreführend, da er die Holzfasern nicht abschabt, sondern schneidet, wie normale Handhobel für die Holzbearbeitung auch.

Genau genommen handelt es sich um normale Hobel, die allerdings wegen ihrer sehr kurzen Sohle und den seitlich angebrachten Griffen sehr gut Rundungen folgen können. Schabhobel sind zudem bestens geeignet, um an geschwungenen Werkstücken eine Fase mit sich verändernder Breite anzubringen. Im Grunde sind sie für dieselben Anwendungen wie einfache Ziehmesser gemacht. Vor allem Holzhobel bzw. Schabhobel aus Holz funktionieren wie Ziehmesser mit Spandickenbegrenzung und werden ähnlich geführt. Allerdings sind die zu bearbeitenden Oberflächen meist kleiner und das gewünschte Ergebnis feiner.

Es gibt jedoch auch »echte« Schabhobel, wie etwa Profilschabhobel (engl. Scratch stock) und Leistenschabhobel, bei denen eine profilierte Ziehklinge eingesetzt wird, oder beispielsweise den Furnierschabhobel von Veritas (vgl. Stanley Nr. 80), bei denen das Hobelmesser über die Senkrechte hinaus auf 110° geneigt ist und der zum Putzen von stark strukturierten Hölzern gedacht ist.

 

Warum gibt es unterschiedliche Hobelsohlen beim Schweifhobel?

Etwas vereinfacht lässt sich sagen, dass Schabhobel mit einer geraden Hobelsohle für konvexe Formen (Außenrundungen) und die mit einer gerundeten Sohle für konkave Formen (Innenrundungen) gedacht sind.

Ein Schweifhobel mit gerundeter Sohle ist jedoch auch für Außenrundungen geeignet. Allerdings fällt die Handhabung dann etwas schwieriger. Und auch ein Schabhobel mit gerader Sohle lässt die Bearbeitung von Innenrundungen zu, wenn diese einen etwas flacheren Radius haben. Die meisten Schabhobel mit gerundeter Sohle besitzen im Bereich des Hobeleisens eine kleine gerade Fläche. Nur wenige sind tatsächlich komplett gerundet und selbst bei diesen Hobeln ist die Rundung in der Mitte deutlich flacher. Durch diese kleine Fläche fällt es leichter, mit einem Schweifhobel mit gerundeter Sohle konvexe Formen (Außenrundungen) zu bearbeiten.

Ein Schweifhobel mit konkav gewölbter Hobelsohle wird zum Abrunden von Ecken und zur Herstellung von runde Werkstücken, z. B. Tisch- und Stuhlbeinen, benutzt. Da dies auch mit den anderen beiden Hobelsohlen-Formen erfolgen kann, wird er eher selten bzw. nur von Handwerkern verwendet, die solche Tätigkeiten regelmäßig ausüben.

 

Abb.: Drei unterschiedliche Hobelsohlen: gerade, gerundet und konkav gewölbt

Wie einen Schweifhobel einstellen?

Vor der Kantenbearbeitung bzw. nach dem Schärfen muss als Erstes die Spandicke eingestellt werden. Bei Schweifhobeln mit Einstellschrauben ist die Eiseneinstellung nahezu selbsterklärend. Wichtig ist, dass zum Einstellen die Klemmung des Eisens etwas gelöst und danach wieder angezogen wird. Wird die Spandicke verringert, sollten die Rändelschrauben nach dem Zurückstellen wieder so weit nach vorne gedreht werden, bis sie an der Vorderkante der Aussparung anliegen, damit sich das Eisen nicht direkt beim ersten Schnitt wieder ungewollt verstellt.

Schabhobel ohne Einstellschrauben stellt man auf eine plane und saubere Holzoberfläche und drückt den Hobelkörper fest auf, sodass Vorder- und Hinterkante des Hobelmauls auf der Oberfläche aufliegen bzw. eine gerade Hobelsohle vollflächig auf dem Holz aufliegt. Dann stecken Sie das Hobeleisen in den Hobelkörper und bringen die Schneide ebenfalls in Kontakt mit der Holzfläche und spannen das Eisen fest. Ist der Span zu dünn, wird das Eisen durch leichte Schläge mit einem Einstellhammer auf die Hinterkante aus dem Hobel herausgetrieben. Sollte der Span zu dick sein, so wird das Eisen wieder gelöst, zurückgezogen und die Einstellung von vorne begonnen.

 

Tipp: Manche Handwerker stellen das Eisen nicht parallel, sondern leicht schräg zur Hobelsohle ein, sodass über die Breite des Eisens unterschiedlich dicke Späne abgenommen werden können. Dies vereinfacht das Bearbeiten von konkav-konvex geschwungenen Kanten erheblich, da die Spandicke nicht ständig neu eingestellt werden muss.

 

Wie wird ein Schweifhobel richtig benutzt?

Schweifhobel können sowohl auf Zug als auch auf Druck benutzt werden. Da auch mit einem Schweifhobel, wie mit allen Hobeln, immer mit dem Faserverlauf gehobelt werden muss, ist vor allem an der Stelle der Rundung, an der der Faserverlauf wechselt, die Bearbeitung schwierig. Hier muss die Hobelrichtung häufig hin und her gewechselt werden. Dies gestaltet sich erheblich einfacher, wenn lediglich der Hobel gedreht wird, als jedes Mal das Werkstück zu wenden oder sich auf die andere Seite des Werkstückes stellen zu müssen.

 

Abb.: Schweifhobel auf Zug

Ein Schweifhobel kann je nach Faserverlauf auf Druck oder auf Zug benutzt werden.

Abb.: Schweifhobel auf Druck

Wie lassen sich Rattermarken vermeiden?

Sollte der Schweifhobel beim Hobeln Rattermarken hinterlassen, kann dies unterschiedliche Ursachen haben. Die Rattermarken entstehen, wenn sich die Schneide im Schnitt verhakt, dann gleich wieder löst und sich das in rascher Abfolge wiederholt. Entweder passiert das durch Vibrationen des Werkstückes, welches dann fester eingespannt werden sollte, oder durch Vibrationen des Hobeleisens, das zu dünn ist oder nicht sauber auf dem Hobelkörper bzw. im Eisenbett aufliegt. Auch bei Hobeln mit einem sehr großen Hobelmaul und dicker Spanabnahme ist die Gefahr groß, dass Rattermarken entstehen. Um Rattermarken zu beseitigen, sollten Sie zuerst versuchen, die Ursache zu beheben. Anschließend muss die Orientierung des Hobels zu den Rattermarken verändert werden, indem er diagonal zu deren Verlauf geführt wird. Hält man den Hobel weiterhin parallel zu den Rattermarken, so werden diese eher noch verstärkt.

Wie kann ich meinen Schweifhobel optimieren?

Scharfe Kanten abrunden. Manche Hobel mit gerader Sohle haben sehr scharfe Vorder- und Hinterkanten, welche beim Hobeln von konkaven Rundungen in die Oberfläche einschneiden. Sie können bei diesen Schabhobeln die scharfen Kanten mit einer Feile etwas abrunden und anschließend mit feinem Schleifpapier glätten.

 

Hobelsohle polieren. Es kommt auch vor, dass die Oberfläche der Hobelsohle nur sehr grob ausgeschliffen ist. Diese Hobel gleiten leichter, wenn Sie die Metallsohle mit Schleifpapier in Körnung 320, 400 und 600 nachpolieren.

 

Größe des Hobelmauls anpassen. Auch die Größe des Hobelmauls hat Auswirkungen auf die Handhabung. Je kleiner das Hobelmaul, desto einfacher ist die Benutzung und desto sauberer die Oberfläche. Allerdings lässt ein Hobel mit kleinem Hobelmaul nur wenig Materialabtrag und entsprechend dünne Späne zu. Die Größe des Hobelmauls lässt sich nicht direkt verstellen. Bei Schweifhobeln mit zu großem Hobelmaul können Sie dieses "verkleinern", indem Sie das Eisen unterfüttern. Dazu sind allerdings Zulagen aus Metall (Blech) notwendig. Holz oder Kunststoff wäre zu weich, dann würde der Hobel verstärkt zum Rattern neigen. Die aus Blech zugeschnittenen Zulagen sollten nach Möglichkeit die ganze Auflagefläche des Hobeleisens abdecken, damit es sauber aufliegt und nicht wackelt. Ist das Hobelmaul zu eng und fangen sich darin ständig Späne, können Sie es mit einer feinen Feile vorsichtig etwas öffnen.


Wie einen Schweifhobel schärfen?

Schweifhobeln mit geradem Hobeleisen lassen sich auf Wassersteinen oder an Schleifmaschinen wie andere Hobel auch schärfen und abziehen. Allerdings kann es etwas schwierig sein, sehr kurze Hobeleisen im korrekten Winkel zu halten. Wir empfehlen deshalb die Verwendung einer geeigneten Schleifführung. Tipp: Sie können das Eisen und die Klapp eines Schlicht- oder Putzhobels als Schleifführung nutzen. Das kurze Schweifhobeleisen wird dafür einfach zwischen Klappe bzw. Spanbrecher und Putzhobeleisen gelegt und eingeklemmt.

Fazit

Schweifhobel sind vielseitige Werkzeuge für die Formgebung. Mit ihnen lassen sich Kanten anfasen und abrunden und die Oberflächen von geschwungene Werkstücke nacharbeiten.

Die Form der Hobelsohle entscheidet darüber, ob mit dem Hobel hauptsächlich Innenrundungen oder Außenrundungen bearbeitet werden können.

Hobel mit Einstellschraube sind vergleichsweise leicht einzustellen. Wichtig ist, dass dünne Späne abgenommen werden, um Rattermarken zu vermeiden.

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