Hobelbank Funktionen
Die Aufgaben in der Werkstatt sind vielfältig. Bei der Holzbearbeitung müssen Sie Ihre Werkstücke in drei Lagen an der Hobelbank bearbeiten können: auf der Fläche, an den Kanten und an den Enden. Ihre Hobelbank sollte diese Bearbeitung durch entsprechende Funktionen und Spannvorrichtungen ermöglichen.
Welche Spannvorrichtungen bietet eine Hobelbank?
Zwei Spannzangen, die Vorder- und die Hinterzange, ermöglichen gemeinsam mit den Bankhaken und Bankhakenlöchern in der Bankplatte und an der Kante unterschiedliche Hobelbank Funktionen. Werkstücke können bei den meisten Hobelbänken entweder direkt zwischen den Backen der Zangen eingespannt oder, mithilfe von Bankhaken oder Niederhaltern, auf der Arbeitsfläche fixiert werden. Besitzt die Hobelbank auch Bankhakenlöcher an der Kante der Hobelbankplatte oder im Untergestell, sind weitere Spannsituationen realisierbar.
Abb.: Die meisten Hobelbänke besitzen eine Vorderzange und eine Hinterzange
Wie spanne ich Werkstücke beim Bearbeiten der Flächen ein?
Tätigkeiten: z. B. Abrichten und Verputzen mit Hobeln, Fräsen mit Oberfräse
Position: Flach auf der Arbeitsfläche
Spannvorrichtung: Hinterzange mit Bankhaken
Für die Flächenbearbeitung, zum Beispiel beim Abrichten und Verputzen der Fläche oder für maschinelle Arbeiten mit der Oberfräse, kommt an der klassischen Hobelbank die Hinterzange zum Einsatz. Zwischen Bankhaken, die in Löchern in der Platte der Hobelbank und der Hinterzange stecken, kann das Werkstück flach auf die Hobelbank gespannt werden. Bei den meisten Hobelbänken ist die Hinterzange so ausgeformt, dass sich ein Teil der Bankplatte bewegen lässt. Im angelsächsischen Raum findet sich auch die sogenannte »wagon vice«, bei der sich in der Hobelbankplatte ein kleiner Klotz bewegt. Bei selbstgebauten Werkbänken kommt hier häufig auch eine Vorderzangenmechanik zum Einsatz. Dann muss allerdings darauf geachtet werden, dass sich die Mechanik durch einseitiges Spannen nicht verzieht (siehe unten).
Fehlt an der Werkbank die Hinterzange, kann das Werkstück zum Beispiel beim Hobeln mithilfe eines Niederhalters und eines V-förmigen ausgeschnittenen Brettchens (sog. »doe’s foot«) als Anschlag, sicher gehalten werden. Ein solches Brettchen ist in der eigenen Werkstatt schnell selbst gebaut. Wie das Spannen damit genau funktioniert, zeigen wir in unserem Video Einspannen von Sonderfällen. Sind in der Vorderzange und der Bankplatte entsprechende runde Löcher für Bankhaken vorhanden, können dort auch ovale und runde Werkstücke stabil auf der Platte festgespannt werden.
Abb.: Mit einem Hilfsanschlag und einem Niederhalter lassen sich viele Werkstücke sicher einspannen
Welche Spannvorrichtung zur Bearbeitung der Kante?
Tätigkeiten: z. B. Fügen von Brettkanten, Arbeiten mit Profilhobeln
Position: Liegend an der Vorderkante
Spannvorrichtung: Vorderzange
Für Arbeiten an Kanten, zum Beispiel zum Fügen zweier Hölzer oder zum Profilieren, wird das Werkstück in der Regel in die Vorderzange eingespannt. Breitere Werkstücke werden im rechten Teil der Zange fixiert, damit die Zangenmechanik nicht im Weg ist. Um zu vermeiden, dass sich die Zangenmechanik dabei verzieht, kann ein Klötzchen in der Materialstärke des Werkstücks eingespannt werden. Sehr flexibel ist ein Fächer aus dünnem Plattenmaterial (oder ein sog. »Vice Rack Stop«), den Sie auf unterschiedliche Materialstärken einstellen können. Manche Hobelbänke haben für diesen Zweck eine Stellschraube eingebaut, die auch nachgerüstet werden kann. Zangenmechaniken mit Doppelspindel sind bei einseitiger Belastung weniger gefährdet und verziehen sich nicht so leicht.
Abb.: Ein solcher Fächer ist schnell gebaut und verhindert das Verziehen der Spannzange
Das Gleiche gilt für sog. »leg vices«, da diese nicht so breit sind und die stabile Spindel deutlich tiefer angeordnet ist. In ihnen können auch breitere Werkstücke über der Spindel geklemmt werden. Ist das Werkstück lang und schmal, können Sie in die Hinterzange eine kurze Leiste zur Unterstützung einspannen. Auf dieser Leiste liegt das Werkstück dann stabil auf und kann nicht wegfedern. Bei langen und breiten Werkstücken wird das freie Ende mit einem sog. Bankknecht unterstützt. Manche Werkbänke haben für diesen Zweck im rechten vorderen Bein eine Reihe von Löchern, in die Stifte, Bankhaken oder Niederhalter in der entsprechenden Höhe gesteckt werden können.
Abb.: Diese traditionelle Spannvorrichtung (»leg vice«) ist für selbstgebaute Hobelbänke ideal
Wie einspannen bei Arbeiten an der Stirnseiten?
Tätigkeiten: z. B. Zinken einsägen, Flachdübel fräsen
Position: Aufrechtstehen an der Kante
Spannvorrichtung: Vorderzange oder Aufsatzzange
Für die Fertigung von Korpus-Eckverbindungen, zum Beispiel beim Zinken oder zum Einfräsen von Verbindungsmitteln wie Flachdübeln, muss das Werkstück hochkant eingespannt werden. Sind die Werkstücke nicht zu breit, werden sie dafür in die Vorderzange eingespannt. Wird dabei die Spannzange einseitig belastet, können Sie das Verziehen wieder mit einem Klötzchen oder dem genannten Fächer vermeiden. Für das Zinken werden sehr gerne Aufsatzzangen, sog. Moxon Vices verwendet. Diese werden an die Vorderkante der Bankplatte gespannt und haben häufig zwei Spindeln in ausreichendem Abstand, sodass Sie auch breite Schrankseiten und -deckel dazwischen einspannen können.
Abb.: In einer solchen Aufsatzzange können Sie auch breite Teile einspannen
Fazit Hobelbank Funktionen und Spannvorrichtungen
Hobelbänke mit zwei Zangen bieten nicht nur optimale Einspannvorrichtungen für die Bearbeitung der Flächen, Kanten und Stirnseiten, sondern auch sicheren Stand und eine angenehme Arbeitshöhe. Für den Eigenbau einer Werkbank bzw. Hobelbank und zur Ergänzung vorhandener Werk- und Hobelbänke stehen eine ganze Reihe von Zubehören und Mechaniken aus Holz und Metall in unterschiedlichen Ausführungen zur Verfügung. Einen Überblick finden Sie in unserem Onlineshop.