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Spirituslacke & Schellack

Spirituslacke zählen zu den traditionsreichsten Holzoberflächen und überzeugen durch ihre hohe Härte, Kratz- und Abriebfestigkeit sowie ihre außergewöhnliche Alterungsbeständigkeit. Sie heben die natürliche Maserung des Holzes hervor, wirken isolierend und lassen sich bei Beschädigungen durch Nachpolieren einfach ausbessern. Der bekannteste Vertreter ist Schellack, ein natürliches Harz der Schildlaus, das sich durch Transparenz, schnelle Trocknung und hervorragende Haftung auszeichnet. Ob hochwertige Möbel, Musikinstrumente oder Restaurierungsarbeiten – Spirituslacke ermöglichen langlebige, offenporige und glänzende Oberflächen, die sich sowohl mit dem Polierballen als auch alternativ mit dem Pinsel auftragen lassen.


Vorteile von Spirituslack-Oberflächen

  1. Mechanisch widerstandsfähig
    Spirituslack bildet eine relativ harte Oberfläche und ist somit in hohem Maße kratz- und abriebfest.
  2. Hohe Alterungsbeständigkeit
    Viele Möbelstücke mit Spirituslack-Oberflächen aus der Biedermeier- und Jugendstilzeit vor circa 100-150 Jahren befinden sich auch heute noch in gutem Zustand.
  3. Gute Isolierwirkung
    Aufgrund dieser Eigenschaft werden Spirituslacke auch als Sperrschicht für Anstriche und Vergoldungen sowie Malgrundierungen verwendet.
  4. Reparaturfreundlich
    Kleine Beschädigungen oder Abnutzungen lassen sich durch Erweichen und anschließendes Nachpolieren der bestehenden Lackschicht leicht beseitigen.
  5. Bringt Maserungen optimal zur Geltung
    Spirituslack (je nach Färbung) feuert die Maserung des Holzes an und bringt somit seine natürliche Schönheit optimal zur Geltung.



Begriffserklärung Spirituslack

Das Wort Spiritus (»Hauch«) stammt aus dem Lateinischen und wurde bereits im Mittelalter für destillierte Flüssigkeiten verwendet. Heute verwirrt dieses Wort eher, weshalb die synonyme Bezeichnung »96%iges Ethanol (Alkohol)« besser geeignet ist. Bei Spirituslack handelt es sich demnach um Lack, der mit 96%igem Ethanol (Alkohol) angerührt wird. Den festen Bestandteil des Lacks bilden vorwiegend Harze. Auch Schellack ist ein Harz, das aber als einziges Harz von einem Insekt und nicht von Bäumen stammt. Trotzdem ist Schellack aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften der heute meistverbreitete Spirituslack.



Untergrund

deal ist ein Schliff mit Körnung 150-180, sowie eine Holzfeuchte von unter 12 %. Ein zu feiner Schliff behindert das Eindringen von Harzen.



Herdim® Lacke

Herstellung

Die Zusammensetzung der Herdim® Trocken-Spirituslacke basiert auf traditionellen Rezepten, die erlesene und hochwertige Harze beinhalten.



Eigenschaften

  • Große Schichtdicken und damit widerstandsfähige Oberfläche durch unterschiedlich harte Lackschichten (Basis - Überzugslack) möglich
  • Schutz vor Rissen in Lackschicht durch Mehrschichtaufbau
  • Physiologisch unbedenklich
  • Hohe mechanische Widerstandsfähigkeit und Abriebfestigkeit
  • Gleichmäßiger, unvergleichlicher Glanz nach dem Auspolieren
  • Offenporige Lackierungen auf fein- bis mittelporigen Hölzern möglich
  • Einfache Abwandlung möglich, durch Öle (Terpentin) oder spirituslösliche, natürliche oder künstliche Farben

Anwendung

Innenbereich. Als Geigenbaulack, für hochwertige Möbel, gedrechselte Objekte und in der Restauration. 



Verbrauch

Angesetzt: 25 ml/m² je Auftrag



Trockenzeiten

12-24 Stunden je nach Raumtemperatur und Schichtdicke. Zwei Aufträge pro Tag sind in der Regel jedoch problemlos möglich.


6-schichtiger Aufbau auf Nussbaum- holz. Farblack leicht abgetönt mit DICTUM-Spiritusbeize grün.

Ansetzen

Lack und Verdünnung im Mischungsverhältnis 1:2 in einem Glasgefäß ansetzen. 3-4 Tage stehen lassen (der Grundlack sowie der Farblack enthalten Harze, die sich erst im erwärmten Zustand lösen; hier sollte die Mischung einmalig mit verschraubtem Deckel in 40° heißes Wasser gegeben werden). Anschließend durch ein Einwegsieb filtern. Dem Farblack kann bis zu 5 % der DICTUM-Spiritusbeizen zugemischt werden.

Auftrag

Auftrag mit einem hochwertigen Pinsel.

  • 2 Schichten Basislack (ist nicht zwingend nötig, verleiht der Holzstruktur aber mehr Ausdruck)
  • Zwischenschliff mit 400er Nassschleifpapie
  • 2 Schichten Grundlack
  • Zwischenschliff mit 400er Nassschleifpapier
  • 2 Schichten Farblack (wenn gewünscht mit Spiritusbeizenzusatz)
  • Zwischenschliff mit 400er Nassschleifpapier
  • 2 Schichten Überzugslack
  • Auspolieren mit Micromesh MM Körnung 1000 und anschließend 4000


Wem dieser Auftrag zu aufwendig ist, der kann für Objekte, die keine zu 100 % strapazierfähige Oberfläche benötigen, auch nur jeweils zwei Schichten Grund- und Überzugslack verwenden.

Schellack

Herstellung

Grundstoff für Schellack sind harzige Sekrete der Schildlaus (Laccifer lacca). Die Larven dieser Schildlaus lassen sich auf jungen Baumtrieben nieder und bilden eine harte Schutzhülle um die Zweige, genannt Stocklack, die Grundlage für Schellack. Der Stocklack wird über mehrere Verarbeitungsschritte zu einem dünnblättrigen Harz weiterverarbeitet. Die Qualitäten unterscheiden sich nach Reinheit, Wachsgehalt und Färbung. Der von uns angebotene Schellack ist »entwachst« und somit von höchster Qualität. 


Stocklack mit flockig weißem Wachsüberzug

Eigenschaften

  • Hohe Härte und Transparenz
  • Löslich in Alkohol
  • Gute Haftung
  • Schnelle Trocknung 


Anwendung

Innenbereich. Für hochwertige Möbel, als Sperrgrund für Anstriche, Vergoldungen sowie Malgrundierungen.



Verbrauch

Angesetzt: 25 ml/m² je Auftrag



Trocknungszeiten

Circa 3 Stunden, jedoch nicht mehr als zwei Aufträge pro Tag.

Ansetzen der Stammlösung

Zur schnellen Verfügbarkeit empfehlen wir die Herstel- lung einer flüssigen Stammlösung mit Alkohol (reinem Ethylalkohol, mind. 96 %). Die vollständige Lösung des Harzes kann, abhängig von der Temperatur, 2-3 Tage dauern. Die Lösung sollte mehrmals täglich gut gerührt werden.

Stammlösung

Um ungefähr einen Liter Stammlösung zu erhalten, empfehlen wir, 370 g Schellack mit 765 ml Alkohol anzusetzen. Die Stammlösung wird später für den Auftrag gefiltert und entsprechend wasserdünn eingestellt. Dies erfolgt meist nach Gefühl und ist stark von der Qualität sowie dem Alter des Schellacks abhängig. Für einen halben Liter empfehlen wir als Richtwert 160 ml Stammlösung und 340 ml Alkohol. Für die Lagerung eignen sich am besten Flaschen mit Korkenverschluß oder Apothekerflaschen, da die Metalldeckel von Einweggläsern mit dem Schellack reagieren können. 


Auftrag

Ballen: Das wichtigste Hilfsmittel für die Schellackpolitur ist der Ballen. Er besteht aus einem Woll- oder Baumwollkern, eingeschlagen in ein fusselfreies Leinen- oder Baumwolltuch. 


Bimsmehl: Dient als Porenfüller und wird bei der Grundpolitur verwendet.


Öl: Wird dem Ballen in ganz geringer Menge hinzugegeben. Es fungiert als Gleitmittel und wird am Ende des Polierens von der Oberfläche entfernt. Für die französische Politur wird herkömmlicherweise Paraffinöl verwendet, allerdings eignet sich auch Kamelienöl für diesen Zweck.

Der Aufbau einer Schellackoberfläche besteht aus folgenden grundlegenden Schritten:


  1. Grundpolitur - Porenfüllung mit Schellack und Bimsmehl.
  2. Deckpolitur - Schichtaufbau in mehreren Durchgängen mit Zwischentrocknung, bis eine geschlossene Oberfläche erzielt wird (ca. 2-6 Schichten, je nach Holzart und Vorbehandlung).
  3. Auspolieren - Glanzpolitur mit sehr dünner Lösung, evtl. unter Zugabe von Benzoetinktur. 

Alternativauftrag nur mit Pinsel


Schellack kann alternativ auch nur mit dem Pinsel aufgetragen werden. Allerdings ist dadurch nicht der gewohnte Glanzgrad zu erreichen. Diese Variante erspart das komplexe Auftragsverfahren mit dem Ballen und bringt trotzdem einige der positiven Eigenschaften einer Schellackoberfläche mit sich. Hierzu benötigen Sie einen hochwertigen Pinsel für einen dünnen und gleichmäßigen Schichtauftrag.


Zuerst wird eine Grundierung (wasserdünn eingestellter Schellack) aufgepinselt und nach der Trocknung mit Lackschleifpapier der Körnung 220 geschliffen. Anschließend folgen drei weitere Schichten nach gleichem Prinzip ohne Zwischenschliff. Falls der Auftrag nicht so gleichmäßig gelingt, kann vor der letzten Schicht noch einmal mit Lackschleifpapier der Körnung 400 geschliffen werden.



Schellackauftrag mit Pinsel

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