Bienenwachs
Bienenwachs ist ein seit Jahrhunderten bewährter natürlicher Werkstoff für den Holzschutz. Es wirkt wasserabweisend, schützt vor schwankender Luftfeuchtigkeit und verleiht Holzoberflächen eine angenehme Haptik sowie einen dezenten Glanz. Dank seiner guten Verträglichkeit mit anderen Wachsen eignet es sich besonders für Möbel und Holzobjekte im Innenbereich.
Herstellung
Das Ausscheidungsprodukt der Wachsdrüsen von Honigbienen wird vom Menschen von alters her als Kitt- und Klebemittel und spätestens seit der Antike als Politur- und Holzschutzmittel benutzt.
Eigenschaften
- Nicht wasserlöslich
- Wasserabweisend
- Versiegelt gegen schwankende Luftfeuchtigkeit
- Schmilzt bei ca. 63 °C
- Gute Verträglichkeit mit anderen Wachsen
- Löslich in Terpentinöl
- Angenehmer Geruch
Anwendung
Innenbereich mit leichter bis mittlerer Beanspruchung (z. B. Möbel, Drechselteile).
Verbrauch
5 g/m² je Auftrag
Auftrag
Ein Auftrag kann entweder mit hartem Wachs (reinem Bienenwachs ohne Zu-
sätze) oder weichem Wachs (reinem Bienenwachs mit Terpentinöl) erfolgen. Während sich weiches Wachs relativ leicht auftragen lässt, ist beim harten Wachs ein besserer Glanzgrad der Oberfläche zu erreichen.
Auftrag von reinem Bienenwachs (hartes Wachs)
Auch wenn Bienenwachs grundsätzlich kalt aufgerieben werden kann, empfehlen wir, das Wachs zur leichteren Verteilung vor dem Auftrag in einem Leimkocher oder alten Kochtopf leicht zu erwärmen. Sobald das Wachs flüssig ist, kann es mit einem Baumwolllappen aufgetragen werden.
Für eine anschließende gleichmäßige Verteilung und das Glätten empfiehlt sich eine Lederbürste. Wenn alle Poren gefüllt sind, wird die Oberfläche mit einem Baumwolllappen aufpoliert, bis sich ein gleichmäßiger Glanz zeigt.
Auftrag von Bienenwachs, das mit Terpentinöl gemischt wurde (weiches Wachs)
Hierfür wird ein Ballen geformt, der über das weiche Wachs gerieben wird. Anschließend wird das Wachs mit dem Ballen in die Holzoberfläche ein- massiert. Dies sollte mit schnellen kreisenden Bewegungen erfolgen, um möglichst viel Reibungswärme zu erzeugen. Ein Glätten entfällt durch die weichere und damit leichter eindringende Konsistenz des Wachses. Überschüssiges Wachs sollte sofort abgewischt werden. Nach dem Anhärten des Wachses (ca. 5-10 Minuten) wird die Oberfläche mit einem zweiten Baumwolllappen nachpoliert.
Auftrag an der Drechselbank
Hartes Wachs lässt sich auch sehr leicht auf der Drechselbank auftragen. Wird ein vorher zu einem Klotz geformtes Stück Wachs an ein drehendes Werkstück gedrückt, entsteht genügend Reibungswärme, um das Wachs zu schmelzen. Das so aufgetragene Wachs wird anschließend mit einem Baumwolllappen in das sich drehende Werkstück einpoliert. Bei weichem Wachs wird das Wachs einfach mit einem Baumwolllappen aufgetragen und später poliert.
Rezeptvorschläge
Weiches Wachs (Bienenwachs)
Wachsauftrag für leichte bis mittlere Beanspruchung. Bienenwachs in einen Topf geben oder im Leimkocher erhitzen, bis es flüssig ist (Schmelzpunkt 63 °C). Balsamterpentinöl hinzugeben und mit dem Wachs verrühren.
300 ml Balsamterpentinöl, 300 g Bienenwachs
Weiches Wachs (Bienen- und Carnaubawachs)
Durch den hohen Anteil an Carnaubawachs ist diese Politurpaste hervorragend geeignet für Oberflächen mit mittlerer bis hoher Beanspruchung. Bienenwachs und Carnaubawachs im Leimkocher oder Topf erhitzen, bis das Wachs schmilzt (Schmelzpunkt 87 °C) und Balsamterpentinöl unterrühren.
300 ml Balsamterpentinöl, 100 g Carnaubawachs,
100 g Bienenwachs
Leinöl-Wachspolitur
Die Leinölgrundierung feuert die Maserung an und die Wachspolitur mit Bienenwachsanteilen schützt die fertige Oberfläche vor Wasserflecken. Die Politur ist durch den hohen Ölanteil cremig und lässt sich dadurch sehr leicht mit dem Lappen aufreiben. Bienenwachs und Leinöl im Leimkocher oder Topf erhitzen, bis das Wachs schmilzt und dann Balsamterpentinöl unterrühren.
Erstauftrag: Leinölgrundierung
Zweitauftrag: 100 ml Leinöl, 100 ml
Balsamterpentinöl, 100 g Bienenwachs
Wachsmischung mit Orangenöl
Das Orangenöl in dieser Mischung verleiht Holzoberflächen einen angenehmen Geruch und ersetzt das sonst nötige Balsamterpentinöl. Für mittlere Beanspruchung geeignet. Aufgrund der geringen Menge an Verdünnung ist die Konsistenz eher bröckelig. Gehen Sie deshalb wie beim Auftrag von reinem Bienenwachs (hartem Wachs) vor (siehe oben). Zur Herstellung werden Bienenwachs und Carnaubawachs im Leimkocher oder Topf erhitzt, bis das Wachs schmilzt und anschließend das Orangenöl untergerührt.
240 g Bienenwachs, 15 g Carnaubawachs, 45 ml Orangenöl
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