Axt- und Beilstiele
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Axt- und Beilstiele
EXPERTENWISSEN AXT- UND BEILSTIELE
Kann ich meine Axt, mein Beil selbst einstielen?
Es ist nicht schwierig, einen lockeren oder gebrochenen Beilstiel auszutauschen. Hier ein paar Tipps zum Einstielen:
- Der Stiel muss trocken und aus widerstandsfähigem und elastischem Holz sein, z. B. Esche, Robinie oder Hickory.
- Sägen Sie zuerst den alten Beilstiel am Kopf ab und bohren Sie das verbleibende Holz im Öhr (Stielauge) heraus. Entfernen Sie die Holzreste und reinigen Sie das Auge.
- Legen Sie zwei Hölzer als Stütze unter den Axtkopf und schlagen Sie den neuen Beilstiel in das Öhr ein, bis er an der anderen Seite etwas übersteht.
- Wenn Sie eine Hobelbank besitzen, können Sie den Beilstiel auch mithilfe der Hinterzange und Zulagen einpressen.
- Kontrollieren Sie den gewünschten Winkel des Stiels zum Axtkopf.
- Geben Sie Leim in die Stielspalte und auf den Holzkeil und treiben Sie den Keil so weit wie möglich ein.
- Sägen Sie nun das Ende des Beilstiels mit dem überstehenden Keil bis auf einige Millimeter ab.
- Abschließend kann noch ein Metallkeil (z. B. dreizackig) schräg zum Holzkeil eingeschlagen werden.
Alternativ können Sie gerne unseren Einstielservice nutzen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
Welche Unterschiede gibt es bei Axt- und Beilstielen?
Die Treffsicherheit und Schlagwirkung einer Axt werden vom sog. Hang und Schwung des Axtstiels beeinflusst.
Was ist der »Hang« eines Beilstiels?
Als Hang wird die Stellung des Stiels zum Axtblatt bezeichnet. Ziehen Sie gedanklich eine gerade Linie entlang der Schneide und eine durch die Mittelachse des Stiels.
- Kein Hang (A): Die zwei gedachten Linien laufen parallel. Die Vor- und Nachteile sind ausgewogen. Solche Universaläxte werden beispielsweise zum Nacharbeiten von Verbindungen genutzt und haben dafür oft gerade Schneiden und gerade Stiele.
- Hang nach hinten (B und D): Die beiden Linien treffen sich im hinteren Bereich des Stiels. Vorteile sind eine höhere Treffsicherheit, da die Schneide im rechten Winkel zum Flugkreis der Axt steht und der Schwerpunkt zur Schneide rückt. Dieses Prinzip wird z. B. bei Forstäxten eingesetzt, die zum Entasten genutzt werden.
- Hang nach vorne (C): Die Linien treffen sich in der Nähe des Kopfes. Dies erhöht die Wucht des Werkzeugs. Deshalb haben viele Fälläxte, aber vor allem Breitbeile, einen Hang nach vorne. Hier steht der Arbeitsfortschritt an erster Stelle, bei gleicher Schlagenergie ist weniger Kraft nötig.
Was bewirkt der »Schwung« beim Axtstiel / Beilstiel?
Durch den Schwung des Ast- oder Beilstiels verändert sich der Schwerpunkt des Axtkopfs zur Position der Hand.
- Gerade (A): Die Achse des Griffs stimmt mit dem ausgeloteten Schwerpunkt des Werkzeugs überein. Ein durchgehender Faserverlauf und die geringere Bruchgefahr sind Vorteile dieser Form. Zudem kann damit genau gezielt werden. Jedoch wird die Schlagenergie kaum abgefangen und das Handgelenk stärker belastet. Verwendung bei: Spaltaxt, Spaltbeil und doppelschneidiger Fällaxt/Wurfaxt sowie Outdoor-Axt.
- Geschwungen (B): Der Abstand des Schwerpunkts zur Schneide verdoppelt sich. Dadurch entsteht eine geringerer Prellwirkung, die natürliche Haltung des Handgelenks wird berücksichtigt. Jedoch gibt es keinen durchgängigen Faserverlauf (Bruchgefahr) und die Treffsicherheit ist geringer. Verwendung bei: Handbeil, Dechsel, Schnitzbeil.
- Kuhfußform (C): Bei dieser Mischform mit abgeschwächtem Schwung wird die Griffachse zum Schwerpunkt nur etwas verlagert. Die Vorteile, weniger Prellwirkung und nahezu durchlaufende Fasern, werden beim Kuhfuß geschickt kombiniert. Verwendung findet die Kuhfußform beispielsweise bei Handbeilen, Fälläxten und Jagdäxten.
DIN-Norm?
Für Beilstiele gibt es die DIN-Norm 5132. Diese regelt die Länge in mm, die grobe Form des Kuhfußes oder den Querschnitt eines geraden Stiels.
Welche Holzarten sind für Beilstiele sinnvoll?
Eschenholz ist ein klassisches Holz für Beilstiele. Durch das Eschesterben sind alternative Holzarten wie Robinie auf dem Vormarsch. Hickory ist ein weiteres bekanntes Stielmaterial. Es kommt meist als Containerware aus den USA nach Europa.