Schärfen von konkaven Schneiden
 

Konkav gewölbte Schneiden lassen sich nicht, wie gerade oder nach außen gewölbte Schneiden, auf geraden Schleifsteinen schärfen. Für sie werden nach außen gewölbte Schärfmittel benötigt. Das allein genügt allerdings nicht bei allen Werkzeugen mit solch einer Klingenform. Bei Schweifhobeln oder auch Profilhobeln muss die Schneide exakt zur Hobelsohle passen.

Welche Werkzeuge haben konkave Schneiden?

Die meisten Werkzeuge zur Holzbearbeitung sind einseitig geschärft. Sie haben also eine Fasen- und eine Spiegelseite. Geschärft wird bei diesen Werkzeugen immer auf der Fasenseite. Bei den meisten Schnitzeisen liegt die Fase außen an der Rundung. Das bedeutet, diese haben eine konvexe bzw. nach außen gewölbte Schneide und können entsprechend auf ebenen Schärfmitteln geschärft werden.

Ziehmesser Schleifpapier

Ein leicht nach innen gewölbtes Ziehmesser wird mit Schleifpapier geschärft

 

Ist die Fase auf der Innenseite der Rundung, dann kann diese nicht auf einem geraden Schärfmittel geschärft werden. Gewölbte Werkzeuge, bei denen die Fase innen liegt, sind zum Beispiel Ziehmesser, Dechseln, diverse Drechselwerkzeuge (Ausdrehhaken u.a.), Ausstoßeisen und Stockeisen aus dem Geigenbau. Bei diesen Werkzeugen ist die Spiegelseite nach außen gewölbt und wird nur mit einem ebenen Polierstein oder auf Leder abgezogen. Bei Schweifhobeln und Profilhobeln ist die Spiegelseite plan und wird auf dem Polierstein vollflächig aufliegend abgezogen, doch auch sie haben konkave Schneiden. Zweiseitig geschärfte Klingen, welche nach innen gebogen sind, sind beispielsweise bei Schnitzmessern, im Gartenbereich bei Hippen, bei manchen Ledermessern und in der Küche bei Schälmessern/Tourniermessern zu finden.

 

Welche Schärfmittel sind für konkave Klingen geeignet?

Falls Sie nur eines oder wenige dieser Werkzeuge besitzen, lohnt es sich wahrscheinlich nicht, spezielle Formsteine in den unterschiedlichen Körnungen zu kaufen. Sie brauchen mindestens eine grobe, eine mittlere und eine feine Körnung zum Schärfen. Die einfachste Möglichkeit ist, stattdessen einen Rundstab in geeignetem Durchmesser mit Schleifpapier in unterschiedlichen Körnungen zu umwickeln und damit die Fasenfläche zu bearbeiten. Diese Vorgehensweise bietet sich zum Beispiel bei Ziehmessern an. Halten Sie das Werkzeug immer so, dass die Klinge von Ihnen weg zeigt. Wenn Sie gegen die Schneide arbeiten, besteht Verletzungsgefahr.

Besitzen Sie mehrere solcher Werkzeuge, dann kann es sich durchaus lohnen, sogenannte Formsteine in den unterschiedlichen Körnungen zu erwerben. Diese Formsteine gibt es kegelförmig, als Stäbe oder als kleine Platten mit runder Kante. Je nach Krümmung der Schneide können Sie auch eine der Unterkanten Ihrer normalen Banksteine abrunden und damit die Fase bearbeiten. Zum Abrunden der Kante kann Ihr Abrichtmedium, z. B. ein Abrichtblock oder Wasserschleifpapier auf einer ebenen Unterlage benutzt werden.

Kegelstein

Formsteine wie dieser Kegelstein sind für das Schärfen konkaver Schneiden ideal

 

Sehr enge Rundungen und Werkzeuge, die nur wenig Platz für Schärfmittel bieten, können Sie mit einer Bohrmaschine oder Multischleifmaschine, in die Sie einen stabförmigen oder kegelförmigen Schleifeinsatz einspannen, fasenseitig ausschärfen. Abgezogen wird dann wieder mit einem Formstein oder mit Polierpaste auf einen Stück Leder, das auf eine runde Holzoberfläche (Rundstab) aufgeklebt ist.

Anpassen des Hobeleisens an die Hobelsohle bei Schweif- und Profilhobeln

Bei Sims- und Profilhobeln, bei denen durch häufiges Nachschärfen das Eisen nicht mehr zur Hobelsohle passt, muss zuerst die exakte Form der Hobelsohle auf das Eisen übertragen werden. Färben Sie dazu zuerst die Spiegelseite mit wasserfestem Filzstift oder speziellem Anreißlack ein. Bauen Sie das Eisen in den Hobel ein und lassen Sie die Schneide weit genug aus der Hobelsohle herausschauen. Mit einer Reißnadel oder einer Spitzahle können Sie dann die Form der Hobelsohle exakt auf dem Eisen anreißen.

Schweifhobel

Bei Schweifhobeln muss die Form des Eisens zur Hobelsohle passen

 

Schleifen Sie mit Feilen oder maschineller Unterstützung die Kontur der Schneide erst rechtwinklig nach. Es ist nämlich fast unmöglich, die exakte Form direkt beim Schärfen zu erzeugen. Die Fläche, die dabei vorne an der Schneide entsteht, zeigt Ihnen dann, wo Sie Material abtragen müssen. Nun schleifen Sie im entsprechenden Winkel, z. B. 25°, nur da, wo diese Fläche besonders breit ist, bis Sie eine gleichmäßig breite Fläche auf der Schneide haben. Diese Fläche wird nun so gleichmäßig wie möglich immer schmaler geschliffen, bis sie verschwindet. Dann kann das Eisen mit den oben genannten Schärfmitteln vollends ausgeschärft und abgezogen werden.