Frische Farben für Gartenzäune und -tore, Fenster und Fassaden
 

Holz ist vor allem im Außenbereich zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Es ist ein natürlicher Prozess, dass sich totes Holz, das nicht mehr durch die Wurzeln des Baums ernährt wird, durch den Einfluss von Mikroorganismen und die UV-Strahlen des Sonnenlichts zersetzt. Bei verarbeiteten, sich im Gebrauch befindlichen Holzbauteilen gilt es, diesen Umwelteinflüssen entgegenzuwirken.

Welchen Gefahren ist Holz im Außenbereich ausgesetzt?

UV-Licht baut Bestandteile des Holzes ab, insbesondere das Lignin. Wird die Holzoberfläche bewittert, werden die wasserlöslichen Abbauprodukte des Lignins ausgewaschen, wobei die photochemisch stabile, silbrig-weiße Zellulose zurückbleibt. Neben rein optischen Veränderungen der Holzfarbe ist das sogenannte Vergrauen zu beobachten. Die Holzbefeuchtung durch Tau und Regen führt zu einer Besiedelung mit dunkelfarbigen Schimmelpilzen und zu einem Eintrag von Staubpartikeln, sodass sich die Oberfläche mit der Zeit grau bis schwarz verfärbt.

Lärche vergraut

Gartentor und -zaun aus Lärchenholz. Der ältere Zaun ist bereits deutlich vergraut.

 

Holzschädlinge tragen zum Abbauprozess von Holz bei. Insekten und Pilze sind in der Regel nur dann eine Gefahr, wenn das Holz durch mangelnden »konstruktiven Holzschutz« nicht ausreichend vor Feuchtigkeit geschützt ist. Pilze brauchen zum Leben eine Holzfeuchte von mindestens 20 %. Einen funktionierenden konstruktiven Holzschutz vorausgesetzt, liegt die Holzfeuchtigkeit im Außenbereich mit 15 bis 18 % unter dem für Pilze attraktiven Niveau. Ist ein konstruktiver Holzschutz nicht dauerhaft gewährleistet, müssen Holzbauteile durch eine Imprägnierung oder einen Schutzanstrich vor Pilzbefall geschützt werden.

Tierische Holzschädlinge sind in der Regel die Larven und nicht die adulten Käfer. Je nach Lebensbedingungen und Larvenart leben diese zwischen einem und zehn Jahren im Holz, bevor sie sich verpuppen, um dann als Käfer zu schlüpfen. Der Käfer hat nur eine Lebenserwartung von drei bis fünf Wochen und frisst in dieser Zeit nicht. Die meisten Schadinsekten sind sog. Frischholzinsekten, die ihre Eier nur in saftfrisches Holz legen. In Deutschland gibt es lediglich drei heimische Holzschädlinge, die bereits verbautes Holz befallen. Zu den sog. Bauholz- oder Trockenholzinsekten zählen der Nagekäfer (kleiner Holzwurm oder Totenuhr), der Hausbock (großer Holzwurm) und der Splintholzkäfer (Parkettkäfer). Bilden sich aufgrund mangelhaften Holzschutzes Risse im Holz, sind diese Einfallstore für Holzschädlinge.

Was ist Leinölfirnis?

Zur Herstellung von Firnis wird Leinöl gekocht. Dadurch setzt ein Polymerisations-Prozess ein, das Öl dickt ein. Durch Abkühlen und Abfüllen in luftdicht verschlossene Behälter wird der Polymerisations-Prozess unterbrochen. Während des Kochens werden Trocknungsbeschleuniger beigemischt, sogenannte Sikkative. Die Menge und Art des Sikkativs bestimmen maßgeblich die Trockenzeiten und Umweltverträglichkeit des Firnisses.

DICTUM verwendet für Leinölfirnisse nur abgelagertes und entschleimtes, kalt gepresstes Leinöl, das schonend gekocht wurde, um möglichst dünnflüssig zu bleiben, und somit gute Eindringeigenschaften bei schneller Trocknung erreicht. Die verwendeten Mangan-Sikkative gehören zu den umweltverträglichsten Trockenstoffen und werden hinsichtlich ihrer Beimengung streng kontrolliert. Dies verringert die Trockenzeit deutlich und gewährleistet somit auch bei unbeständigem Wetter einen fleckenfreien Anstrich.

Wie unterscheiden sich Firnisse für innen und außen?

Vorweg: Leinölfirnis an sich besitzt aufgrund seiner klaren Farbe keinen UV-Schutz und sollte deshalb im Außenbereich nur in Verbindung mit Leinölpasten verwendet werden.

Zur Herstellung des Leinölfirnisses für den Außenbereichwird hochwertiges, kalt gepresstes Leinöl verwendet, dem beim Kochvorgang Mangan-Sikkative in geringer Menge beigemischt werden. Um einen Langzeitschutz vor Pilzbefall zu gewährleisten, wird diesem Firnis ein geringer Zusatz von IPBC Fungizid beigemischt.

Leinölfirnis für Innenbereich wird ebenfalls aus kalt gepresstem Leinöl hergestellt, dem geringe Sikkativmengen beigemischt werden. Er enthält jedoch kein Fungizid. Bei Mischung mit Pigmentpasten, die einen hohen Zinkanteil haben und damit eigenen Pilzschutz besitzen, kann für Außenanstriche auch dieser Firnis ohne Fungizide verwendet werden. Zink bietet einen länger-anhaltenden Pilzschutz.

Leinölfirnis erster Anstrich

Das Holztor wird mit Leinölfirnis für den Außenbereich grundiert

 

Welche Leinölfarben sind für den Außenbereich zu empfehlen?

Für den Einsatz im Außenbereich sind helle Farbtöne mit Pigmenten, die einen hohen Zinkanteil aufweisen, ideal. Geeignete Leinölpasten mit hellen Pigmenten sind zum Beispiel Sanftmut, Skagengelb, Tiergarten Rot oder Svinklövgrau. Helle Farben reflektieren das Sonnenlicht und verringern so Temperaturschwankungen und die damit verbundene Rissbildung im Holz. Bei dunklen Farbtönen wird das Öl als Bindemittel durch die höheren Temperaturen zudem schneller abgebaut, die Pflegeintervalle verkürzen sich. Lasierende Anstriche vergrauen im Außenbereich aufgrund des fehlenden UV-Schutzes recht schnell, und sind deshalb nicht zu empfehlen.

Da Flächen im Außenbereich meist nicht komplett vor der Witterung geschützt werden können, sollen die Anstriche möglichst rasch trocknen. Die Verwendung von Leinölfirnis als Basis ist deshalb für Anstriche im Außenbereich stets zu empfehlen. Wer trotzdem auf ein Sikkativ verzichten möchte, kann seiner Leinölfarbe einen Anteil des Pigments »Gebrannte Umbra« beimischen.

Zweiter Auftrag Leinölfarbe

Helle Farben sind für Anstriche im Außenbereich besser geeignet als dunkle

 

Welche Alternativen gibt es zum Leinölfirnis?

Eine traditionelle Farbmischung, die gerne in nordischen Ländern genutzt wird, ist das sogenannte »Schwedenrot«. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, diesen Anstrich zu mischen. Eine Rezeptur besteht aus Kiefernholzteer, der mit Eisenoxid-Pigment gemischt wird. Kiefernholzteer kann auch pur verwendet werden und eignet sich zudem zum Mischen mit Leinölpasten. Aber Vorsicht: Aufgrund des stark rauchigen Aromas empfehlen wir die Verwendung nur im Außenbereich und auf kleinen Flächen.

Le Tonkinois ist ein ökologisch unbedenklicher Öllack. Für diese Öllacke wird nur Leinöl höchster Reinheit verwendet, das in einem seit mehr als 100 Jahren bewährten handwerklichen Verfahren gepresst und bei 270 °C raffiniert wird. Der Lackmischung wird etwas Tungöl beigefügt, um die Oberfläche noch wasserresistenter und belastbarer zu machen. Sie ist frei von schädlichen Lösungsmitteln, sowie von chemischen UV-Stabilisatoren. Der Öllack bietet einen hervorragenden Schutz vor Feuchtigkeit und kann sowohl im Innen- als auch im Außenbereich eingesetzt werden. Somit eignet er sich neben Möbelflächen auch für Holzverschalungen, Fenster und Außentüren sowie Gartenmöbel. Le Tonkinois Öllacke können als klarer Anstrich oder, mit Leinölpasten gemischt, als Leinölfarblacke verwendet werden.

Wie werden Leinölfarben verarbeitet?

Für den Farbauftrag eignen sich dichte Pinsel mit vielen starken Borsten (Chinaborsten) am besten. Leinöl muss stets gut ausgestrichen und förmlich ins Holz einmassiert werden. Die Farben werden stets in dünnen Schichten aufgetragen. Eine dicke Farbschicht trocknet langsamer und es besteht die Gefahr von Kräuselungen.

Wie soll ein Anstrich für außen aufgebaut sein?

Um einen optimalen Schutz von unbehandeltem Holz zu gewährleisten, ist ein Anstrich in drei Schichten empfehlenswert. Schleifen Sie unbehandeltes Holz bis Körnung 180 vor und entstauben Sie die Oberfläche. Der erste Anstrich, eine Grundierung mit kalt gebleichtem Leinöl oder Leinölfirnis, muss gut durchtrocknen (Leinöl mind. 48 Stunden, Firnis ca. 24 Stunden). Anschließend erfolgt der erste Farbauftrag mit Leinölfarbe. Die Trockenzeiten von Leinölfarben sind von vielen Faktoren abhängig. So trocknen Leinölfarben durch UV-Licht in hellen Räumen also schneller als im dunklen Keller. Im Außenbereich kann allgemein nach ca. 24 Stunden der nächste Anstrich erfolgen. Die dritte und letzte Schicht verlängert die Lebensdauer des Anstrichs. Auf harzreichem, frisch gehobeltem Holz (insb. Lärche) ist ein Leinölfarbanstrich nicht zu empfehlen. Ist das Holz allerdings bewittert (1 Jahr) ist ein Auftrag ohne weiteres möglich.

Kann ich alte Anstriche mit Leinölfarben renovieren?

Bei Oberflächen im Außenbereich wird das Leinöl als Bindemittel in der Farbe mit den Jahren durch Wind und Wetter abgebaut. Nach ca. 2 bis 3 Jahren liegen die Pigmente trocken auf dem Holz und lassen sich abreiben.

Vor dem Neuanstrich reiben Sie die Oberfläche nur feucht mit einem Lappen ab. Ist die Oberfläche noch glatt, ist Anschleifen nicht nötig. Ein einfacher Auftrag von etwas Leinöl verfestigt die losen Pigmente wieder und bringt matte Stellen schnell zu neuem Glanz.

Renovieranstrich mit Leinöl

Ist die Pigmentschicht noch intakt, kann sie mit Leinöl wieder verfestigt werden

 

Leinöl kann auf allen geölten Flächen erneut aufgetragen werden und frischt alte Anstriche unkompliziert wieder auf. Wurde zuvor ein Lack verwendet, der die Oberfläche versiegelt, muss die alte Lackschicht komplett durch Schleifen, mit Heißluft oder durch Abbeizen entfernt werden. Ist die Oberfläche stark verwittert und gerissen, können Sie die Oberfläche entweder nur abwischen/abbürsten und den Zustand mit Leinöl konservieren oder die Oberfläche abschleifen und einen neuen Farbanstrich aufbringen, am besten mit mindestens zwei Schichten.

Egal, ob es sich um einen Neuanstrich oder eine Renovierung handelt: es sollte stets ein Probeanstrich vorab an einer unkritischen Stelle vorgenommen werden.