Schleifmaschinenhalter für die Werkzeugwand
 

Halterungen für Ihre Schleifmaschinen an der Werkzeugwand ermöglichen den schnellen Zugriff auf die Maschine und deren Schleifmittel. In unserem Video zeigen wir, wie Sie mit wenig Werkzeug und Material eine solche Halterung bauen können – eine clevere Planung vorausgesetzt!

Das Projekt wurde so konzipiert, dass Sie mit nur einer Materialstärke sowohl die eigentliche Halterung als auch alle Schablonen, die zur Fertigung benötigt werden, bauen können. Sie brauchen neben der Möglichkeit, das Material an einer Tischkreissäge zuzuschneiden, lediglich eine Oberfräse mit einem 10 mm Schaftnutfräser und einem 30 mm Anlaufring. Gegebenenfalls noch einen Abrundungsfräser mit einem Radius von 5 mm.

Die in diesem Tutorial beschriebene Halterung ist beispielhaft auf den Exzenterschleifer EVA 150 E von Mafell abgestimmt. Die ROTEX RO 150 von Festool passt auch in diese Halterung. Falls Sie für eine andere Schleifmaschine eine Halterung bauen möchten, müssen Sie gegebenenfalls die Maße an diese anpassen. Wir haben für die Wandhalterung und die Schablonen 10 mm starke MDF verwendet. Anderes Plattenmaterial wie Furnierplatte oder Multiplex in dieser Stärke ist ebenfalls geeignet.

 

Zuschnittliste

 
BezeichnungAnzahlBreiteZuschnittlängeFertiglängeDicke
Grundplatte 1 176   480 10
Aufdopplung 5 176   170 10
Halterung 2 176 140 90 10
Seiten 2 70 800 (1 Stk.) 310 10
Einschübe 5 166   160 10
Leistchen 4 156   10 10
 

Vorbereitungen

 

Nach dem Zuschnitt können Sie direkt die Aufdopplungen auf die Grundplatte leimen. Die beiden Teile für die Maschinenhalterung werden nach der Skizze verleimt und der Mittelpunkt und der Radius der Bogenfräsung angerissen.
Ebenfalls aus 10 mm starkem Plattenmaterial werden, falls kein Fräszirkel (z. B. CRB 7 von M. Power Tools) vorhanden ist, ein Fräszirkel für den 30 mm Anlaufring und die Schablone zum Einfräsen der Einschübe in die Seiten gebaut.

Schleifmaschinenhalter Detail

Wichtig: nur innerhalb der grauen Fläche wird Leim aufgetragen!

 

Fräsen der Maschinenhalterung

 

Die verleimten und angerissenen Teile für die Halterung werden auf der Werkbank festgespannt und eine Nut mit 10 mm Breite und 12 mm Tiefe im Radius von 76 mm gefräst. Wenn anschließend die Halterung auf das Endmaß von 90 mm geschnitten wird, fällt der nicht verleimte Halbkreis der oberen Schicht heraus. Ohne Fräszirkel, nur mit dem Anlaufring, kann nun die zweite Lage der Halterung herausgefräst werden. Da der Radius des Anlaufrings (15 mm) um 10 mm größer als der des Fräsers (5 mm) ist, entsteht ein Falz von 10 mm. Die eigentliche Halterung ist damit fertig und kann auf die Aufdopplung geleimt werden.

Schleifmaschinenhalterung Falzfräsen

Mit 30 mm Anlaufring und 10 mm Nutfräser entsteht ein Falz mit 10 mm

 

Fräsen der Nuten in den Seiten

 

Zur besseren Handhabung sollte das Material der Seiten noch nicht auf Endmaß geschnitten werden. Wie in der Zuschnittliste angegeben, sollte es ca. 800 mm lang sein und wird erst nach dem Fräsen geteilt. Mit Hilfe einer Schablone, in der der Anlaufring spielfrei läuft, werden 5 mm tiefe und 10 mm breite Nuten schräg in die Seiten gefräst. Um einen gleichmäßigen Abstand von 10 mm zwischen den Nuten zu erzielen, profitieren wir wieder von den 10 mm Unterschied zwischen den Radien von Fräser und Anlaufring. Nachdem eine Nut gefräst ist, wird das Werkstück in der Schablone verschoben, so dass die Kante der soeben gefrästen Nut in Deckung mit der Schablonenkante kommt. Jetzt kann im exakten Abstand von 10 mm die nächste Nut gefräst werden. Der Vorgang wiederholt sich, bis alle Nuten gefräst sind. Nachdem auch die Fräsungen in anderer Richtung für die zweite Seite gemacht sind (dazu wird die Führung in entgegengesetzter Richtung aufgeschraubt), können die Seiten auf Endmaß zugeschnitten werden.

Schablone für Schlitze

Mit dieser Schablone werden die Schlitze für die Einschübe gefräst

 

Abrunden der Einschübe und Zusammenbau

 

Eine Längskante der Einschübe muss an das runde Ende der Nuten in den Seiten angepasst und entsprechend abgerundet werden. Sie können das mit Hobel und Schleifpapier von Hand machen oder mit einem Abrundungsfräser mit 5 mm Radius.
Die Einschübe und die Leistchen, welche die Einschübe nach unten verschließen, können nun zwischen die Seiten geleimt werden. Die beiden untersten Einschübe stehen etwas über die Seiten heraus. Sie werden nach dem Aushärten des Leims bündig mit den Seiten abgeschnitten. Falls sie etwas überstehen, müssen die hinteren Kanten der Einschübe, vor dem Aufleimen des Schleifmittelteils auf die Grundplatte, mit dem Hobel beigeputzt werden. Wenn der Leim abgebunden hat, werden die Kanten leicht gebrochen und alles verschliffen. Jetzt steht der Befestigung der Schleifmaschinenhalterung an der Werkzeugwand nichts mehr im Wege.

Mit entsprechender Anpassung können Sie in gleicher Weise auch Halterungen für Schleifmaschinen mit eckigem Schleifschuh bauen. Der Ausschnitt für den Schleifschuh wird dann mit einer Stichsäge oder an der Band- oder Dekupiersäge ausgeschnitten.

Schleifmaschinenhalterung im Detail

Mit einer Kantenfräse sind die Längskanten der Einschübe schnell abgerundet