Mardersicheren Nistkasten selbst bauen
 

In diesem Nistkasten ist die Vogelbrut von Meisen, Spatzen und Co. vor Mardern sicher geschützt. Ein Vorsprung verhindert, dass Marder die kleinen Vögel aus der Nisthöhle stehlen können. Zudem bietet der Absatz den Altvögeln eine Gelegenheit sich auszuruhen oder zu trocknen, wenn die Witterung schlecht ist. In dieser Anleitung erfahren Sie alles, was Sie beim Bau dieses Nistkastens beachten sollten und was Sie an Material und Werkzeugen dafür benötigen.

Werkzeugliste

  • Säge für den Zuschnitt (Kreissäge)
  • Säge für die Ausklinkungen (Bandsäge oder Stichsäge)
  • Bohrmaschine/Akkuschrauber
  • Passende Bits und Forstnerbohrer
  • Hammer
  • Zwingen
  • Raspel und Drahtbürste

Material

Am besten eignet sich Vollholz für den Bau eines Nistkastens. Ideal sind Bretter aus wetterbeständigem Holz wie Lärche, Kiefer, Eiche oder Esche. Wenn Sie Plattenmaterial verwenden, achten Sie darauf, dass dieses wasserfest verleimt ist. Neben dem Holz brauchen Sie noch wasserfesten Leim (z. B. Titebond II Leim Premium), Nägel und/oder Holzschrauben.

Zuschnittliste und Bauplan

Laden Sie sich hier unser PDF mit der Materialliste und der Werkzeichnung herunter. Darin finden Sie die Maße und die Positionen aller Teile. Die Größe des Nistkastens ist für kleine Vögel wie Meisen, Spatzen oder Wendehals ausgelegt. Für größere Vögel wie beispielsweise Stare können Sie den Kasten entsprechend vergrößern. Die Zeichnung ist auf eine Materialstärke von 18 mm ausgelegt. Bei anderen Material- bzw. Plattenstärken müssen Sie die Maße entsprechend anpassen.

Zuschnittliste und Bauplan

Im Bauplan finden Sie alle Maße zum Bau des Nistkastens

 

Material: Lärche/Kiefer/Eiche/Esche, 18 mm stark
Alle Maße in Millimeter

1. Dach 250 x 190
2. Rückwand 260 x 124
3. Boden 124 x 124
4. Wartungsdeckel 150 x 124
5. Absatzbrett 60 x 124
6. Fluglochbrett 70 x 160
7. Seiten (2x) 260 x 202
8. Deckelleisten (2x) 160 x 20
9. Abschlussleiste 160 x 40
10. Aufhängeleiste 400 x 40

Arbeitsschritte

1. Zuschnitt. Richten Sie das Holz nach Zuschnittliste. Am einfachsten geht das an einer Tischkreissäge (z. B. Mafell Erika 60).
2. Zuschnitt der Seitenteile. Die Seitenteile werden mit einer Stichsäge (z. B. Festool PS 420 EBQ-Plus) oder Bandsäge an der Vorderkante 60 mm tief ausgeklinkt und an der Oberkante schräg geschnitten, um die Dachschräge zu erhalten.
3. Dach, Rückwand und Fluglochbrett anfasen. Damit das Dach bündig auf den Seitenteilen aufliegt, müssen Sie die Rückwand und das Fluglochbrett an der Oberkante abschrägen. Das Dach wird an der Hinterkante gefast. Den Winkel der Schräge können Sie von den zugeschnittenen Seitenteilen übertragen. Wenn Sie die Teile mit der Kreissäge zuschneiden, können Sie die Schrägen auch direkt beim Zuschnitt anschneiden. Nachträglich können Sie die Schrägen hobeln (z. B. mit DICTUM Einhandhobel, Flachwinkel 12°.
4. Flugloch bohren. Die Größe des Fluglochs richtet sich nach der Vogelart, die in dem Nistkasten brüten soll. Eine Übersicht gängiger Durchmesser finden Sie weiter unten. Bohren Sie das Flugloch mit einem passenden Forstnerbohrer (z. B. Forstnerbohrer-Satz, 10-teilig).
5. Luftlöcher im Boden. Der Boden des Nistkastens erhält vier kleine Bohrungen, damit der Kasten ausreichend belüftet wird und Feuchtigkeit ablaufen kann.
6. Innenseiten aufrauen. Die Seitenteile und der Wartungsdeckel werden mit einer Drahtbürste oder einer Raspel auf den Innenseiten gut aufgeraut, damit die Jungvögel daran leichter emporklettern können.
7. Zusammenbau des Korpus. Sie haben die Wahl, ob Sie die Teile des Nistkastens mit Nägeln verbinden oder miteinander verschrauben. In unserem Video-Tutorial haben wir alle Teile des Korpus zusammengenagelt und das Dach aufgeschraubt, damit es sich für eventuelle Reparaturen am Nistkasten abnehmen lässt. Bis auf das Dach und den Wartungsdeckel werden alle Teile des Nistkastens zusätzlich mit wasserfestem Leim (z. B. Titebond II Leim Premium) verleimt. Verbinden Sie zuerst ein Seitenteil mit der Rückwand und dem Boden. Anschließend verbinden Sie das zweite Seitenteil. Nun wird das Absatzbrett eingesetzt und das Fluglochbrett befestigt. Als vorerst letztes Teil wird die Abschlussleiste unten angebracht. Damit ist der Grundkorpus bereits fertig zusammengesetzt.
Zusammenbau des Korpus

Die Teile des Nistkastens werden genagelt oder geschraubt

 
8. Wartungsdeckel einsetzen. Um den Nistkasten kontrollieren und reinigen zu können, besitzt er unterhalb des Absatzes einen raffinierten Wartungsdeckel. Dieser Deckel wird wie bei einem japanischen Werkzeugkasten einfach eingesetzt und nach unten geschoben und hält nur durch seine beiden Deckelleisten. Damit das funktioniert, müssen die Deckelleisten genau ausgerichtet werden.

Schieben Sie dazu den Wartungsdeckel an seine spätere Position in den Korpus und zeichnen Sie die Oberkante der Abschlussleiste auf dem Deckel an. Dies ist die Position der unteren Deckelleiste.
Nach dem diese montiert ist, schieben Sie den Deckel wieder ein und öffnen ihn soweit, dass er sich nach unten herausziehen ließe. Legen Sie nun die obere Deckelleiste an den Absatz und markieren Sie deren Unterkante auf dem Deckel. An dieser Markierung können Sie nun die zweite Deckelleiste ausrichten und montieren. Wenn sich der Deckel jetzt nicht einsetzen bzw. öffnen lässt, können Sie die Unterkante des Wartungsdeckel bestoßen oder anfasen, bis der Deckel ausreichend Spiel hat, um sich leicht öffnen zu lassen. Im Video können Sie die Montage des Deckels und das Einpassen genau nachvollziehen.

Wartungsdeckel einsetzen

Die Teile des Nistkastens werden genagelt oder geschraubt

 
9. Dach und Aufhängung montieren. Abschließend wird das Dach befestigt und die Aufhängeleiste angebracht.

Welche Größe sollte das Flugloch bei einem Nistkasten haben?

Die Größe des Einfluglochs muss zur Vogelart, die den Nistkasten bebrüten soll, passend gebohrt werden. Da unser Kasten eher für kleinere Vogelarten geeignet ist, kommen folgende Durchmesser in Frage:
26 bis 28 mm für Kleinmeisen wie Blaumeise und Tannenmeise
32 bis 34 mm für Kohlmeisen, Kleiber u. Sperling
Manche Vogelarten bevorzugen statt eines runden Fluglochs ein Hochoval. Für Gartenrotschwanz und Zaunkönig sollte dieses ca. 48 x 32 mm sein.
Wenn Sie die Maße des Nistkastens etwas vergrößern, können Sie nach dem gleichen Plan auch Nisthilfen für größere Vögel anbieten. Für Stare kann das Flugloch ruhig einen Durchmesser von 45 bis 55 mm haben.

Wie und wo den Nistkasten aufhängen?

Hängen Sie den Nistkasten an einer wettergeschützten Stelle auf. Er sollte weder im Regen noch in der prallen Sonne hängen. Richten Sie das Einflugloch von der Wetterseite (Westen) abgewandt nach Osten/Südosten aus.
Zum Befestigen an Bäumen eignen sich Aluminium-Nägel. Diese stören den Baum in seinem Wachstum nicht und lassen Sägeblätter bei einer späteren Holzverarbeitung unbeschadet. An der überstehenden Aufhängeleiste können Sie den Nistkasten auch mit zwei Spanngurten oder Hanfseilen am Baumstamm festbinden.

Welche Farben oder Lacke sind für Nistkästen geeignet?

Ist der Nistkasten aus einem wetterfesten Holz gebaut (Lärche, Kiefer, Eiche, Esche) und wettergeschützt aufgehängt, kann er auch ohne zusätzlichen Oberflächenschutz auskommen. Ansonsten eignen sich die umweltverträglichen Hartöle und Hartöl-Wachse von Asuso zum Einlassen des Nistkastens. Wer den Kasten bunt bemalen möchte, kann zum Beispiel mit Leinölfarben kreativ werden.