Japanische Sägetechnik
 

Wenn Sie große Querschnitte mit der Japansäge einschneiden oder durchtrennen möchten, ist das Ansetzen und Führen der Säge in der richtigen Richtung oft nicht leicht. Besonderes Können verlangen sogenannte Schifterschnitte, also in zwei Richtungen schräg durchs Holz laufende Schnitte. Es gibt jedoch ein paar Techniken, die diese Arbeit erheblich erleichtern.

Welche Japansägen sind für Schifterschnitte geeignet?

In der japanischen Zimmerei kommen für größere Holzverbindungen und Kappschnitte in der Regel Ryoba-Sägen mit gröberem Sägeblatt, wie die DICTUM Ryoba Arashi 270, zum Einsatz. Ryoba-Sägen besitzen ein Sägeblatt mit zwei unterschiedlichen Verzahnungen, für Sägeschnitte längs und quer zur Holzfaser. Ebenso geeignet ist die DICTUM Kataba Kariwaku Daiku 330 mit Mischzahnung für Diagonalschnitte. Für kleinere Schifterschnitte in der Tischlerei oder im Modellbau eignen sich Japansägen mit Universalverzahnung wie die DICTUM Dozuki Universal 240.

Wie wird das Werkstück bei schrägen Schnitten eingespannt?

Spannen Sie das Werkstück immer so ein, dass Sie möglichst senkrecht nach unten sägen können. Nehmen Sie gegebenenfalls einen Winkel zu Hilfe, um die Anrisslinien ins Lot zu bringen.

Wo stehe ich beim Sägen richtig?

Schauen Sie mit beiden Augen auf die zwei sichtbaren Risse, den oben über das Werkstück verlaufenden und den auf der zu Ihnen zeigenden Seite. Positionieren Sie sich so, dass die beiden Risse in einer Geraden zueinanderstehen. Ihr Gesichtsfeld befindet sich nun in der Schnittebene.

Wo stehe ich beim Sägen richtig

Die schrägen Risse bilden optisch eine gerade Linie

 

Wie wird die Japansäge ausgerichtet?

Jetzt muss die Säge so gehalten werden, dass sie ebenfalls in die Schnittrichtung zeigt. Halten Sie die Säge so vor sich, dass Ihr rechtes Auge auf die rechte Fläche des Sägeblattes schaut und das linke auf die Linke. Wenn sie die Säge jetzt in ihrer Längsachse bewegen, wird die eine Fläche größer und die andere kleiner. Wenn beide Flächen gleich groß sind, zeigt auch die Säge in die Schnittebene.

Wie wird die Japansäge ausgerichtet

Beide Seiten der Japansäge erscheinen gleichgroß

 

Wie wird ein Schifterschnitt mit der Ryoba gesägt?

Jetzt können Sie die Säge ansetzen. Benutzen Sie dazu die Daumenkuppe der linken Hand (als Rechtshänder) zur Führung. Zu Beginn des Sägeschnitts schaffen Sie mit kurzen Sägebewegungen mit dem Bereich des Sägeblattes, der nahe am Griff ist, eine kleine Kerbe, die der Säge etwas Führung bietet. Für den weiteren Sägeschnitt nutzen Sie dann die ganze Länge des Sägeblatts. Halten Sie die Säge mit der rechten Hand kurz hinter der Mitte des Griffs (wieder als Rechtshänder). Die linke Hand fasst den Griff vor der rechten und hilft bei der Führung der Säge. Kontrollieren Sie nochmals Ihren Stand bzw. die Kopfposition (die Risse laufen gerade durch) und die Richtung der Säge (beide Seitenflächen sind gleich groß). Jetzt können Sie an den beiden sichtbaren Rissen entlang das Werkstück einsägen.

Anschließend spannen Sie das Werkstück um, so dass Sie am gegenüberliegenden Riss sägen können. Auch jetzt sollte das Werkstück so eingespannt werden, dass Sie wieder senkrecht nach unten sägen können. Positionieren Sie Ihren Kopf und die Säge wie oben beschrieben, führen Sie den Schnitt entlang des sichtbaren Risses nach unten aus und vervollständigen Sie den Schifterschnitt.

Wie wird ein Schifterschnitt mit der Ryoba gesägt

Der vorhandene Sägeschnitt bietet der Ryoba ausreichend Führung



Videos

Schnitttechnik der japanischen Zimmerer

7 Übungen zum präzisen Sägen mit Japansägen

Japansägen - Merkmale japanischer Sägen