Das Runde muss ans Eckige
 

Rundungen schaffen sanfte Übergänge. Scharfe Ecken werden entschärft, Griffmulden fassen sich angenehmer an und Möbelkanten werden durch Abrundungen etwas haltbarer. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Rundungen präzise und mit sehr gleichmäßigen Übergängen an Ihre Werkstücke bekommen und stellen praktische Werkzeuge dafür vor.

Wie mache ich Ausschnitte mit gleichmäßig abgerundeten Ecken?

Zum Ausschneiden rechteckiger Öffnungen mit abgerundeten Ecken zeichnen Sie die Außenkante der Öffnung an und markieren zusätzlich jeweils den Mittelpunkt des Eckradius. Wie Sie diesen Punkt finden, haben wir in unserem Video Tipps zum Anreißen mit Zirkel erklärt.
Nach dem Anreißen werden zuerst die Rundungen in den Ecken ausgesägt oder gebohrt. Größere Radien können Sie leicht mit einer Stichsäge ausschneiden. Die Mafell Präzisionsstichsäge P1 cc wird beispielsweise mit einem Parallelanschlag geliefert, der auch als Sägezirkel verwendet werden kann. Für besonders genaue und enge Rundungen sorgen Mafell P1 CUnex W1 Stichsägeblätter.

Bohren der Innenradien

Mit einem passenden Forstnerbohrer wird der Eckradius vor dem Sägen gebohrt

 

Kleinere Innenrundungen mit 3 bis 30 mm Radius können Sie mit Forstnerbohrern an einer Ständerbohrmaschine (z. B. DICTUM SB20/T) oder mithilfe eines Bohrständers genau rechtwinklig bohren. Wenn alle Eckradien gebohrt oder ausgesägt sind, können Sie die Außenkanten durch gerade Sägeschnitte mit einer Stichsäge oder einer Japansäge (z. B. Azebiki Säge 90) verbinden.

 

Wie runde ich Ecken an einem Werkstück ab?

Wenn Sie zum Beispiel die Ecken einer Tischplatte abrunden möchten, können Sie diese mit einer Säge grob abschneiden und anschließend mit Raspel und Feile nacharbeiten. Kontrollieren Sie dabei immer wieder, ob die abgerundeten Ecken noch rechtwinklig zur Fläche sind. Schneller und genauer geht es mit einer Oberfräse oder einem Frästisch und einer Frässchablone für runde Ecken. Mit dieser Schablone erhalten die Ecken exakte Radien (15, 20, 25, und 30 mm) und werden vor allem genau rechtwinklig gefräst, so dass aufwendige Nacharbeiten entfallen. Bei größeren Radien (25 und 30 mm) zeichnen Sie die Radien vorab mithilfe der Schablone an und schneiden das überstehende Material mit etwas Abstand zum Riss weg.

Fräsen mit Schablone

Das Anlauflager des Fräsers tastet die Rundung an der Schablone exakt ab

 

Die Frässchablone wird einfach auf oder unter das Werkstück gelegt und mithilfe der Anschlagspins ausgerichtet. Mit dem Anlaufkugellager eines Kopier- oder Bündigfräsers (z. B. HW-Bündigfräser, Ø 12,7 mm ) tasten Sie nun die Schablone ab und übertragen deren Rundung genau auf Ihr Werkstück. Da die Frässchablone nicht festgeschraubt wird, lässt sie sich schnell an die weiteren Ecken ansetzen und das Abrunden ist im Nu geschehen.

 

Wie kann ich die Kanten eines Werkstücks abrunden?

Auch das Abrunden von Kanten können Sie schnell und gleichmäßig mit einer Oberfräse und Abrundfräsern (z. B. DICTUM HW-Abrundfräser-Set, 6-teilig) oder einer speziellen Kantenfräse wie der Festool Kantenfräse OFK 500 erledigen. Für alle, die lieber mit Handwerkzeugen arbeiten, haben wir das Abrunden und Profilieren von Kanten in unserem Video Profile von Hand - Viertelstab mit dem Simshobel zusammengefasst.

Fräsen mit Kantenfräse

Mit einer Kantenfräse gelingt das Abrunden ruckzuck