Preise mit oder ohne MwSt.?
Wenn Sie nichts wählen werden die Preise mit MwSt. angezeigt.
 

Inhaltsverzeichnis

Stähle

Eisen (Fe):

Kommt in der Natur nicht elementar vor (außer bei Meteoreisen). Wird durch Reduktion aus Eisenoxiden (Eisenerz, Magnetit etc.) in einem Schmelzprozess gewonnen. Zuerst im asiatischen Raum vor ca. 2600 Jahren.

Stahl:

Schmiedbares, legiertes oder unlegiertes Eisen mit einem Kohlenstoffanteil (C) von minimal 0,1% und maximal 1,7%.

Legierung:

Zugabe von Metallen (z.B. Chrom, Mangan etc.) zur Veränderung der Eigenschaften des Grundwerkstoffs.

Werkzeugstahl:

Legierter oder unlegierter Stahl mit einem Kohlenstoffanteil von mindestens 0,2%, dadurch härtbar.

Kohlenstoffstahl (Karbonstahl):

Werkzeugstahl mit einem Kohlenstoffanteil von 0,2-1,7%, ohne Legierungszusatz, dadurch besonders feinkörnig und gut schärfbar.

Kohlenstoffstahl 1095:

1059 Kohlenstoffstahl ist feinkörnig und damit hervorragend zu schärfen. Da er sich gut feuerverschweißen lässt, wird er häufig für Damastklingen verwendet. (C = 1% / Mn = 0,5% / P < 0,04% / S < 0,05%)

HSS-Stahl (High Speed Steel):

Durch Beilegieren von Chrom, Molybdän, Wolfram und Vanadium bis ca. 570°C warmfester Stahl, mit hoher Abriebfestigkeit, vorwiegend für Maschinen- und Drechselwerkzeuge.

ATS 34:

Hochreiner, rostfreier japanischer Kohlenstoffstahl, der durch den hohen Molybdängehalt ein sehr feinkörniges Gefüge ausbildet. (C = 1%, Cr = 13,5%, Mo = 3,5%, Mn = 0,4%, P = 0,023%, S = 0,003%).

Silberner Papierstahl (Gin Gami, GIN1):

Rostfreier Klingenstahl von Hitachi. Besonders korrosions- und verschleißfest durch hohen Chromgehalt (Bildung von Chromcarbiden). (C = 0,9%, Cr = 16%, Mn = 0,6%, Mo = 0,4%, S = < 0,004%, P < 0,025%).

AUS 6 M:

Ähnlich wie Silberner Papierstahl, nur etwas weicher. (Cr = 14%, C = 0,6%, Mo = 0,2%, V = 0,2%)

440 C:

Härtbarer, rostfreier Stahl, ursprünglich für Kugellager entwickelt. Hohe Verschleiß- und Korrosionsfestigkeit. (C = 1%, Cr = 17%, Mn = 1%, S = 0,05%, P = 0,04%).

VG-10-Stahl ("Goldstahl"):

Rostfreier Klingenstahl der höchsten Güteklasse, hergestellt in Takefu. Durch Kobaltanteil starke Carbidbildung und sehr hohe Verschleißfestigkeit. (C = 1,0%, Cr = 15%, Mo = 1,0%, V = 0,2%, Co = 1,5%).

Mehrlagenstähle:

Im Gegensatz zum Monostahl, bei dem die ganze Klinge aus demselben Werkstoff besteht, haben Mehrlagenstahl-Klingen einen geschichteten Aufbau.

Der Verbund der verschiedenen Lagen wird beim Schmieden durch die sog. Feuerschweißung gemacht, ein harter Kern aus hochkohlenstoffhaltigem, härtbarem Stahl sorgt für die Schärfe und Schnitthaltigkeit japanischer Messer. Zum Schutz wird diese Mittellage umgeben von einem Mantel aus weicherem Eisen oder nicht härtbarem Stahl (mit geringem Kohlenstoffanteil), der in einer oder mehreren Schichten aufgeschmiedet wird. Er verleiht der Klinge Bruchfestigkeit.

Damaszenerstahl:

Nach Damaskus, dem Metallhandelszentrum der Antike, benannter Stahl mit lebhafter Zeichnung. Hergestellt jedoch zuerst in Indien, die Ursprünge gehen bis auf das 3. Jahrhundert vor Christus zurück. Die Textur entstand ursprünglich durch Entmischungsvorgänge beim Abkühlen (sog. Wootz-Stahl). Später wurde sie durch Feuerverschweißen und Falten von Stählen mit verschiedenem Kohlenstoffgehalt erzeugt.

Suminagashi-Stahl:

Japanische Variante des Damaszenerstahls. Im Gegensatz zu europäischen Klingen wird immer ein Kern aus Kohlenstoffstahl eingesetzt.

Weißer Papierstahl (Shiro Gami):

Markenbezeichnung der Firma Hitachi für industriell aus Eisensand (Masa) hergestellten, reinen Kohlenstoffstahl mit hohem Reinheitsgrad, speziell für Schneidwerkzeuge. (C = 1,2%, S < 0,004%, P < 0,025%).

Blauer Papierstahl (Ao Gami):

Ähnlich dem Weißen Papierstahl, jedoch zusätzlich mit 0,4% Chrom und 1,8% Wolfram legiert. Dadurch etwas zäher. (C = 1,2% / Si = 0,2% / Mn = 0,2% / P < 0,02% / S < 0,004% / Co = 0,4% / W = 1,5%)

Tamahagane:

Aus Eisensand (Masa) in der Holzkohlenglut erschmolzener japanischer Schwertstahl. Dieser "Tatara" genannte Prozess ist die früheste bekannte Herstellungsmethode, bei der Stahl ohne Zwischenschritte direkt aus dem Rohstoff gewonnen wird (ca. 1800 Jahre alt). Höchster Reinheitsgrad aller bekannten Stähle. C = 1,42 / Si = 0,01 / Mn < 0,01 / P = 0,025 / S < 0,004 / Cr = 0,02 / Mo = 0,03 / V = 0,01 / Cu = 0,01

Sinterstahl (auch genannt Pulverstahl oder PM-Stahl):

Durch Sintern können Metalle kombiniert werden, die sich durch Legieren oder Schweißen nicht verbinden. Da die Komponenten in Pulverform gemischt und heißisostatisch verpresst werden, bezeichnet man das Verfahren auch als Pulvermetallurgie (PM). Auf diese Weise stellt die schwedische Firma Damasteel AB seit 1995 rostfreien "Damaszenerstahl" mit martensitischem, sehr feinkörnigem Gefüge her. Er enthält 1% C, 14% Cr, 4% Mo und 0,2% V. Dieser als RWL 34 bezeichnete Werkstoff ist durch seine hohe Schärfe und Verschleißfestigkeit ideal für Klingen von Outdoor-Messern.

Cowry X:

Pulvermetallurgisch hergestellter Hochleistungsstahl, rostfrei. (C = 3%; Cr = 20%; Mo = 1%; V = 0,3%; HRC 65-67)

SG-2:

Pulvermetallurgisch hergestellter Hochleistungsstahl, rostfrei. (C = 1,3%; Cr = 15%; Mo =3%; V = 2%; HRC 63-65)

SKD 11:

Hochlegierter japanischer Werkzeugstahl, der ursprünglich für den Einsatz bei Maschinenwerkzeugen entwickelt wurde. Durch seine hohen Carbid-Anteile weist er eine sehr gute Verschleißfestigkeit und Zähigkeit auf, ist gut korrosionsresistent, aber nicht rostfrei.

YC-3:

Japanischer Kohlenstoffstahl ähnlich dem Weißem Papierstahl aber nicht ganz so rein. YC- 3 ist zudem weniger empfindlich für Schneiden- Ausbrüche und lässt sich einfacher schmieden. (C = 1,1%, S < 0,03%, P < 0,03%)

D2:

Zeichnet sich durch seine hervorragende Schnitthaltigkeit und Schärfe aus. Mit einem Anteil von 12% Chrom zählt er noch zu den rostträgen Stählen. (C = 1,5% / Si = 0,6% / Mn = 0,6% / P < 0,03% / S < 0,03% / Cr = 12% / Mo = 0,8% / V = 0,9%)

Böhler N690:

Rostfreier Stahl mit Kobalt, Molybdän und Vanadiumzusatz. Feinkörniger, zäher und schnitthaltiger Stahl. (C = 1,05% / Si = 0,4% / Mn = 0,4% / Co = 1,5% / Cr = 17% / Mo = 0,5%)

VG-1 Stahl:
Rostfreier Stahl hergestellt von Takefu in Japan. Durch den Nickelanteil erhöhte Zähigkeit. (C = 0,95% - 1,05% / Si < 0,5% / Mn < 0,5% / P < 0,03% / S < 0,035 / Cr = 13% - 15% / Mo = 0,2% - 0,4% / Ni < 0,25% / Cu < 0,25%)
SLD:
Japanischer Stahl von Hitachi, der durch seinen hohen Kohlenstoffanteil ausgezeichnete Schärfe und Schnitthaltigkeit garantiert. Mit einem Anteil von 12 % Chrom zählt dieser Stahl zu den rostträgen Stählen. (C = 1,5% / Si = 0,25% / Mn = 0,4% / Cr = 12% / Mo = 1% / V = 0,35%)
Sandvik 12C27:
Rostfreier Klingenstahl aus Schweden. Die Firma Sandvik produziert diesen Stahl bereits seit 45 Jahren und wurde über die Jahre hinweg stets weiterentwickelt und verbessert. Der beliebte Hochleistungsstahl eignet sich vor allem für die Herstellung von Jagd- und Klappmesser. (C = 0,6% / Si = 0,4% / Mn = 0,4% / P = 0,03% / S = 0,01% / Cr = 13,5% / Mo = 3% / V = 2%)
Sandvik 19C27:
Schwedischer Klingenstahl der Firma Sandvik. Ein rostfreier Stahl mit hohem Anteil an Kohlenstoff, sehr gute Schnitthaltigkeit. (C = 0,95% / Si = 0,4% / Mn = 0,65% / P = 0,025% / S= 0,01% / Cr = 13,5%)
C-75:
Federstahl mit hohem Kohlenstoffgehalt, leicht nachzuschärfen. (C = 0,75% / Si = 0,25% / Mn = 0,7%)
Damasteel:
Rostfreier pulvermetallurgischer Damaststahl aus RWL-34 (“hell” zeichnend”) und PMC-27 (“dunkel” zeichnend). (RWL-34: C = 1,05% / Si = 0,5% / Mn = 0,5% / P = 0,05% / S=0,03% / Cr = 14% / Mo = 4% /V = 0,2% PMC-27: C = 0,6% / Si = 0,5% / Mn = 0,5% / Co = 13,5%)
RWL-34:
Rostfreier pulvermetallurgischer Stahl auf Basis des bekannten Messerstahls ATS34 gefertigt vom Unternehmen DAMASTEEL in Schweden. Die pulvermetallurgische Herstellung ermöglicht eine sehr genau bestimmbare chemische Zusammensetzung. (C = 1,05% / Si = 0,5% / Mn = 0,5% / P = 0,05% / S = 0,03% / Cr = 14% / Mo = 4% / V = 0,2%)
440er Stahl:
Ist eine Bezeichnung für rostfreie Stähle, die häufig in der Messerproduktion verwendet werden und in drei Kategorien eingeteilt werden. Die Stähle 440A, 440B (1.4112) und 440C (1.4125) unterscheiden sich durch einen höheren Kohlenstoffanteil.
440A: (C = 0,7% / Si = 1% / Mn = 1% / / P = 0,04% / S = 0,03% / Cr = 17% / Mo = 0,75%)
440B: (C = 0,85 / Si = 1 / Mn = 1 / / P = 0,04 / S = 0,03 / Cr = 17 / Mo = 0,75)
440C: (C = 1 / Si = 1 / Mn = 1 / / P = 0,04 / S = 0,03 / Cr = 17 / Mo = 0,75)
AUS Stahl:
Die japanischen, rostfreien Stähle AUS-6 und 8 sind hinsichtlich ihrer Eigenschaften vergleichbar mit den europäischen 440er Stählen. Die Stähle unterscheiden sich hauptsächlich durch ihren Kohlenstoffanteil.
AUS-6: (C = 0,6% / Si = 1% / Mn = 1% / P = 0,04% / S = 0,03% / Cr = 14% / V = 0,2% / Ni = 0,49%)
AUS-8: (C = 0,7% / Si = 1% / Mn = 0,5% / P = 0,04% / S = 0,03% / Cr = 14% / Mo = 0,2% / V = 0,2% / Ni = 0,49%)
GIN 1:
Rostfreier japanischer Klingenstahl von Hitachi. Besonders korrosions- und verschleißfest durch hohen Chromgehalt. (C = 0,9% / Si = 0,35% / Mn = 0,6% / P < 0,02% / S < 0,03% / Cr = 15,5% / Mo = 0,3%)
PM-Stahl
Durch Sintern können Metalle kombiniert werden, die sich durch Legieren oder Schweißen nicht verbinden. Da die Komponenten in Pulverform gemischt und heißisostatisch verpresst werden, bezeichnet man das Verfahren auch als Pulvermetallurgie (PM). In Bezug auf die Härte übertreffen diese rostfreien Stähle sogar niedrig legierte Stahlsorten. Allerdings lassen sie sich nicht so fein ausschleifen wie niedriglegierte Kohlenstoffstähle (z.B. Weißer Papierstahl).
Uddeholm-Monostahl Nr. 1770:

Kohlenstoffstahl mit mittlerem C-Gehalt, nicht rostfrei. (C = 0,7% / Si = 0,35% / Mn = 0,7% / P < 0,035% / S < 0,035%)

Härten:

Durch Erhitzen von härtbarem Stahl über die Umwandlungstemperatur (bei Kohlenstoffstählen ca. 780° C, bei rostfreien Stählen ca. 1050°C, je nach Legierung) und anschließendes Abschrecken (in Wasser, Öl oder Luft) bildet sich eine neue, feinere Kristallstruktur. Der Stahl wird härter, spröder und durch das feinere Gefüge besser schärfbar. Der Härtewert kann z.B. durch eine Rockwell-Härteprüfung (Eindrücken eines Diamantkegels) ermittelt werden.

Anlassen:

Da das nach dem Härten vorliegende Gefüge in der Regel zu spröde ist, wird der gehärtete Stahl unter kontrollierten Bedingungen (Zeit, Temperatur von 180-300°C) erhitzt, um ihm die Eigenspannung zu nehmen. Die Härte verringert sich dabei etwas, der Stahl wird zäher und bruchfester. Es ist zu beachten, dass die Eigenschaften von Stählen nicht nur von ihrer chemischen Zusammensetzung abhängen, sondern auch ganz entscheidend von der Verarbeitung und Art der Wärmebehandlung. So wird z.B. durch sorgfältiges Schmieden das Gefüge homogener und feiner. Zu starkes oder zu langes Erhitzen beim Schmieden, Härten oder Anlassen kann zu einer Randentkohlung und damit zu verminderter Härte und Standzeit führen. Verunreinigungen (z.B. P, S) haben einen sehr negativen Einfluss auf das Sprödbruchverhalten.

C

Kohlenstoff

Mo

Molybdän

 Si

Silizium

 V

Vanadium

 Mn

Mangan

 W

Wolfram

 P

Phosphor

 Ni

Nickel

 S

Schwefel

 Cu

Kupfer

 Co

Cobalt

 Nb

Niobium

Cr

Chrom

 

 

Hinweis:

Es ist zu beachten, dass die Eigenschaften von Stählen nicht nur von ihrer chemischen Zusammensetzung abhängen, sondern auch ganz entscheidend von der Verarbeitung und Art der Wärmebehandlung.

So wird z.B. durch sorgfältiges Schmieden das Gefüge homogener und feiner. Zu starkes oder zu langes Erhitzen beim Schmieden, Härten oder Anlassen kann zu einer Randentkohlung und damit zu verminderter Härte und Standzeit führen. Verunreinigungen (z.B. P, S) haben einen sehr negativen Einfluss auf das Sprödbruchverhalten.

Zuletzt angesehen